Es war einmal: Més que un club

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erpie
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Es war einmal: Més que un club

Beitrag von erpie » Dienstag 9. Juli 2019, 18:59

Ich weiß "echte Liebe" etc. finde den Kommentar trotzdem ganz gut

Es war einmal: Més que un club - schwatzgelb.de
09.07.2019, 06:42 Uhr von: Sascha

Jeder Verein hat sie heutzutage: eine Markenbotschaft. Einen Sinnspruch, der in kurzen Worten möglichst viel über das Selbstverständnis eines Clubs aussagen soll. Häufig genug sind sie so banal und beliebig, dass sie maximal den Anhängern des eigenen Vereins bekannt sind. Es gibt aber ein paar, die über den eigenen Verein, ja sogar über Landesgrenzen hinaus strahlen. Wenn sie das tun, dann weiß man, dass da ein richtig großer Verein mit besonderen Werten dahinter stehen muss. Einer dieser Vereine ist der große FC Barcelona mit seinem Wahlspruch „Més que un club“ – Mehr als ein Verein.

Der ehemalige Präsident Narcís de Carreras schuf dieses Leitbild bereits in seiner Antrittsrede im Jahre 1968. Mit diesen vier kleinen Worten malte er ein Bild eines Vereins, das nahezu überdimensional ist. In einer Zeit, in der in Spanien der Franquismus noch herrschte und die Macht zentralistisch von der Hauptstadt Madrid ausging, verstand sich der FC Barcelona als eine Nationalmannschaft eines Kataloniens, das seit je her nach Unabhängigkeit strebt. Für jeden sichtbar durch das jahrelange Fehlen eines Aufdrucks durch einen Trikotsponsor. Nationalmannschaften haben so etwas nicht. All diese Ansprüche führt der FC Barcelona auch heute noch offensiv auf seiner Website für sich an.

Wenn man dieses Selbstbildnis sprachlich noch weiter herunter brechen will, dann passt das Wort „Vorbild“ wohl am besten. Die Menschen sollen sich mit dem FC Barcelona nicht nur identifizieren, das ist das erklärte Ziel jeder dieser Marketingkampagnen, sie sollen sich an diesem Verein orientieren können. „Barca“ will den Menschen im sozialen Verhalten ein Vorbild, politisch ein einender Faktor der Region Katalonien und natürlich sportlich auch DAS Aushängeschild sein. Vor allem in den Jahren um 2009 herum waren die „Blaugranas“ das ohne Zweifel. Die sagenumwobene Nachwuchsschule „La Masia“ brachte höchstklassige Nachwuchsspieler in einer Anzahl hervor, die ihresgleichen suchte. Iniesta, Xavi und natürlich vor allem Messi – um nur drei Namen zu nennen, die jedem Fußballfan weltweit geläufig sind. Trainiert von einem gewissen Pep Guardiola, der mit seiner Mannschaft den europäischen Fußball nicht nur dominierte, sondern stilbildend war. Sein „Tiki Taka“ wurde sprichwörtlich.

Aber vielleicht fing schon genau da die Erosion des „Mehr als ein Verein“ an. Seit der Spielzeit 2006/2007 trug die katalanische Nationalmannschaft nämlich keine blanke Brust mehr. Geschickt verpackt in eine noble Geste, nämlich der kostenlosen Zurverfügungstellung dieser hochbegehrten Werbefläche an das Kinderhilfswerk der UNICEF, gewöhnte man die Fans mit einer Salamitaktik an die Aufgabe dieses sichtbaren Symbols. Dann schaffte man innerhalb weniger Jahre den kompletten Stilbruch, indem man 2012 erstmals mit dem Aufdruck „Qatar Airways“ auflief. Ein rein kommerzieller Sponsor, in Besitz eines Landes, dessen Vorstellungen von Politik und Menschenrechten wenig bis gar nichts mit den noblen sozialen Werten, die der FC Barcelona repräsentieren will, zu tun hat. Dazu passen auch die 119 Euro, die die Katalanen von den Fans des Liverpool FC für das Halbfinalspiel der Champions-League für ein Ticket haben wollten. Natürlich handelt es sich dabei um eine sehr exklusive Veranstaltung, aber wer Auswärtsfans so massiv zur Kasse bittet, der sollte beim Thema soziales Verhalten beschämt zu Boden blicken.

Sportlich gehört der Verein immer noch zu den aktuellen Topadressen und originären Anwärtern auf den Sieg in der Königsklasse, aber auch hier setze ein Wandel ein. Schon länger wartet man auf junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, die sich dort durchsetzen und das große Erbe ihrer Vorgänger antreten. Stattdessen gibt man auf dem Transfermarkt mittlerweile Summen aus, die die 100 Millionen Grenze überschreiten und sehr wahrscheinlich wird man mit der Rückholung Neymars einen neuen Transferrekord aufstellen. Das wäre an sich kaum groß bemerkenswert und ein Stück weit einfach Lauf der Dinge, wenn nicht gerade die Spieler das vielleicht sichtbarste und gravierendste Zeichen des Sittenverfalls dort sind. Ganz aktuell würde man gerne Antoine Griezmann von Ligakonkurrent Atlético Madrid verpflichten. Zwar gibt es, wie in Spanien üblich, eine feste Ausstiegsklausel in Höhe von 120 Millionen, da man aber über die Zahlungsmodalitäten streitet, stellen sich die Hauptstädter noch quer. In Folge dessen erschien Griezmann gestern nicht zum Trainingsauftakt von Atlético. Ein Spielerstreik also. Offenbar scheint man das in der Stadt von Gaudi als effektives Werkzeug zur Realisierung von Transferbemühungen ausgemacht zu haben.

Beim ersten Versuch, Coutinho aus Liverpool loszueisen, hatte der Spieler auf einmal so heftige Rückenschmerzen, dass es ihm bis zum Schließen des Transferfensters nicht möglich war, am Spielbetrieb der Engländer teilzunehmen. Ousmane Dembélé hätte das bei uns in Dortmund zwar gekonnt, weigerte sich aber schlichtweg. Der Fall dürfte allen Dortmundern noch bekannt sein. Zu oft in zu kurzer Zeit, um Zufall zu sein. Offenbar rät man den Spielern systematisch dazu, sich beim abgebenden Verein im Notfall so unmöglich zu machen, dass man den Spieler den eigenen Fans nicht mehr präsentieren kann und gezwungen ist, einem Transfer zuzustimmen. Ein Verhalten, das mit „schäbig“ nur sehr unzureichend bezeichnet werden kann. Das gilt natürlich für einen Verein, der so ein Verhalten goutiert, als auch die zu verpflichtenden Spieler, die bereitwillig einen Vertragsbruch begehen.

Und über allem thront „La Pulga“. Lionell Messi. Man kann jetzt darüber streiten, ob er der beste Spieler aller Zeiten ist, aber ohne Frage gehört er zu den Besten. Der 32-jährige hat für seinen Verein bereits 112 Tore geschossen. Allein in der Champions-League, versteht sich. Insgesamt kommt er auf weit über 500 Pflichtspieltore für seinen Club. Ohne Zweifel eine Vereinslegende. Aber auch eine, die noch eine andere Zahl aufweist. Die 21. Zu so vielen Monaten Haft wurde Messi nämlich wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Zufälligerweise blieb das Strafmaß dabei unter den zwei Jahren, die für ihn auch einen tatsächlichen Haftantritt bedeutet hätten. Das passt zu einem Arbeitgeber, der im Zuge des Neymartransfers lieber einem Vergleich mit dem spanischen Finanzamt über 5,5 Millionen Euro zustimmte, als letztendliche die Gerichte über das Steuergebaren Barcas urteilen zu lassen. Dennoch darf die Frage erlaubt sein, wie ein Verein soziale Werte vertreten will, wenn er selber und seine Spieler der Gemeinschaft Steuereinnahmen vorenthalten? Aus moralischer Sicht wäre, wenn man um Glaubwürdigkeit bemüht wäre, eine Trennung von ihrem Superstar unausweichlich gewesen.

Am Ende ist „Més que un club“ auch zu einem reinen Marketinggag verkommen. Der Verein selber tritt das Erbe seines ehemaligen Präsidenten derart mit Füßen, dass Barca aktuell vielleicht sogar der ekelhafteste Verein aller Big Player ist, der Unsportlichkeit und Rechtsverstoß zum Geschäftsmodell gemacht hat. Das ist umso trauriger, als dass der heutige Fußball dringend einen Verein mit Strahlkraft und moralischer Tugend gebrauchen würde. Der FC Barcelona ist dieser Verein aber mit Sicherheit nicht.


https://www.schwatzgelb.de/artikel/2019 ... ue-un-club
Gruß
erpie

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Linden
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Re: Es war einmal: Més que un club

Beitrag von Linden » Mittwoch 10. Juli 2019, 10:43

Danke für das reinstellen. Früher war Real Madrid das große Böse, Barcelona der nette Gegenentwurf. Mittlerweile nehmen die sich beide nichts und sind zum kotzen.
Ceterum censeo ruborem taurum esse delendam.

Zitate des Users Konopka77:
- Lese doch mal das Hetzblatt 'Jüdische Allgemeine'.

- Der ''Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung''
? das sagt doch schon alles, oder.
Demnächst gibt es auch einen 'Antivermieterbeauftragten'.

- Das wahre Verbrechen wurde von Hitler und seinen Gefolgsleuten begangen. Nämlich am Land. Deutschland.
Den getötetenden Juden, stehen ca. 10 Mio. gefallene Soldaten [nur auf deutscher Seite] ggü.

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rauschberg
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Re: Es war einmal: Més que un club

Beitrag von rauschberg » Mittwoch 10. Juli 2019, 13:50

June 2011: Fabregas doesn't turn up for Arsenal training

June 17: Dembele doesn’t turn up for BVB training

July 17: Coutinho doesn’t turn up for LFC training

Sunday: Griezmann doesn’t turn up for Atlético training

Monday: Neymar doesn’t turn up for PSG training

Reicht eigentlich schon!

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Re: Es war einmal: Més que un club

Beitrag von Txomin_Gurrutxaga » Mittwoch 24. Juli 2019, 10:45

Linden hat geschrieben:
Mittwoch 10. Juli 2019, 10:43
Früher war Real Madrid das große Böse, Barcelona der nette Gegenentwurf. Mittlerweile nehmen die sich beide nichts und sind zum kotzen.
Ich werde ja bald 40. Wie alt war ich, als der FCB der nette Gegenentwurf gewesen ist? 15?
Pozor, globální oteplování!

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Re: Es war einmal: Més que un club

Beitrag von Linden » Mittwoch 24. Juli 2019, 12:18

Keine Trikotwerbung bzw. Kinderhilfswerk Unicef fand ich schon nett.
Ceterum censeo ruborem taurum esse delendam.

Zitate des Users Konopka77:
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- Der ''Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung''
? das sagt doch schon alles, oder.
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- Das wahre Verbrechen wurde von Hitler und seinen Gefolgsleuten begangen. Nämlich am Land. Deutschland.
Den getötetenden Juden, stehen ca. 10 Mio. gefallene Soldaten [nur auf deutscher Seite] ggü.

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Re: Es war einmal: Més que un club

Beitrag von McGi87 » Mittwoch 31. Juli 2019, 13:09

Leider muss man dem Artikel uneingeschränkt zustimmen. Das Gebaren von Barca unterscheidet sich nicht mehr von Real oder anderen Vereinen aus dem obersten Regal. Dies begann in jüngerer Zeit bereits in der Präsidentschaft von Laporta, setzte sich unter Rosell unverändert fort und gipfelt aktuell unter dem Unsympathen Bartomeo. Es scheint als wolle dieser unter allen Umständen entgegen jeglicher wirtschaftlicher Vernunft unter Verrat aller (ehemaligen) Grundsätze des Vereins die Champions league gewinnen, nur um es Real irgendwie gleichzutun.

Letztlich war die Zeit unter Pep, als diese Wahnsinns-Mannschaft aus La Masia in ihrer Blüte war, aber auch die Ausnahme. Auch vorher hatte man immer schon teuer "zugekauft" (Maradona, Ronaldo der Ältere, Holland-Connection, Ronaldinho & Rivaldo, etc.)

Aktuell bleibt nur zu hoffen, dass dort endlich Vernunft einkehrt und nicht auch Neymar verpflichtet wird..

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Re: Es war einmal: Més que un club

Beitrag von McGi87 » Donnerstag 7. November 2019, 13:05

0:0 zu Hause gegen Slavia Prag, Gute Güte, ich bin fast eingeschlafen..

Die Überschrift passt jetzt auch sportlich! Messi & Griezman zumeist abgetaucht, FdJ funktioniert noch nicht richtig, ohne Suarez gewinnt man solche Spiele offensichtlich nicht mehr.
Gegen Dortmund zu Hause muss jetzt schon gewonnen werden, um ein "Finale" in Mailand zu verhindern. Ersteres dürfte sehr schwer werden in der aktuellen Verfassung: Favre kann mauern und auf Konter spielen, weil dem BVB ein Punkt reicht...oha!

Sollte es schief gehen, dürfte Valverde weg sein, evtl. wird dann ten Hag ein Thema in Barcelona..

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