Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

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Depp72
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Depp72 »

erpie hat geschrieben: Montag 8. April 2024, 18:13
ABC...XYZ hat geschrieben: Montag 8. April 2024, 17:41

Diesen Spruch gab es schon vor über 100 Jahren zu Kaiserzeiten und danach wie davor. Meine Eltern ( geboren 1898 und 1901 ) haben mir das mal gesagt /erzählt, weil Du " dort über den Tisch gezogen wirst ". Der Spruch hat also auch historische Wurzeln, wenngleich der Hintergrund heute ein anderer ist.
Nur als Ergänzung.
Und? Zeigt doch nur das der Antisemitismus tief in der Gesellschaft verankert war/ist.

Ich zitiere mal Henryk M. Broder - allein schon deshalb, weil bei dessen Namennennung hier einige gleich Plaque bekommen :mrgreen::
Welt hat geschrieben: Alys neues Buch – "Warum die Deutschen? Warum die Juden?" – ist so ein Augenöffner, der mit einer banalen Frage anfängt. "Warum ermordeten Deutsche sechs Millionen Männer, Frauen und Kinder, und das aus einem einzigen Grund, weil sie Juden waren?"

Kein anderer Historiker würde es wagen , ein Buch über die Deutschen, die Juden und den Antisemitismus mit einer solchen Frage zu beginnen. Denn die ist längst beantwortet. Der Hass auf die Juden ist ein Produkt der christlichen Lehre, des kapitalistischen Systems und der mangelnden Bereitschaft der Juden, sich ihrer Umgebung anzupassen.

Dumm an diesen Erklärungen ist nur, dass es sehr wohl christlich geprägte Gesellschaften gab, die vom Antisemitismus nicht oder kaum kontaminiert waren, dass der Antisemitismus in nicht-kapitalistischen Gesellschaften wie der SU weiter wütete und dass er dort seinen historischen Siedepunkt erreicht hat, wo sich die Juden am stärksten assimiliert hatten – in Deutschland.

Eine akzeptable Begründung für Neid

Aly verlässt die ausgetreten Pfade der räsonierenden Wissenschaft und geht eigene Wege. Die Kraft, aus der sich der Judenhass speist, sei der Neid. Die "Rassentheorie" von der Minderwertigkeit der Juden sei nur darüber gestülpt worden, um dem Neid eine gesellschaftlich akzeptable Begründung zu verpassen.

Dabei, schreibt Aly, "vergiften die Neider sich selbst, werden immer unzufriedener und noch gehässiger". Sich selbst "erheben sie zu anständigen, moralisch superioren Wesen", wobei sie "das eigene Versagen als Bescheidenheit" bemänteln und den von ihnen Beneideten vorwerfen, sie spielten sich "lärmend in den Vordergrund". Zusammengefasst: "Der Neidhammel sucht den Sündenbock."

Woher kommt der Neid der Judenhasser auf die Juden, wenn diese nur minderwertige Kreaturen seien? Kann man auf jemand neidisch sein, den man verachtet? Man kann. Was nichts mit der "jüdischen Intelligenz" zu tun hat, sondern mit der Geschichte der Juden. "Sie besaßen, was die Deutschen so sehr vermissten..., ihre jahrtausendealte, allein ihnen gehörende Sprache, Schrift, Tradition und Religion". Obwohl als "wurzellos verschrien", hatten sie, wonach sich die Germanen sehnten, "tiefe bedeutsame Wurzeln", die ihnen halfen, trotz Anpassung "das Eigene" zu bewahren. "Wer der ewige Jude war, das stand fest. Der ewige Deutsche wurde seit 1800 gesucht."

Hinzu kam, dass die besitzlosen Juden in der "untergehenden Welt der Zünfte und Stände... nichts zu verlieren, in der Zukunft dagegen alles zu gewinnen" hatten. Es kam ihnen zugute, dass sie Bürger zweiter Klasse waren; sie konnten sich nur verbessern, während ihre christlichen Mitbürger aus Angst vor sozialen Veränderungen ins Hintertreffen gerieten. So entstanden antisemitische Vereine und Parteien, die auf ihre Fahnen den Schutz der christlichen Mehrheit (99 Prozent der Bevölkerung) vor der jüdischen Minderheit (1 Prozent) geschrieben hatten.

Seelenspeise für Verlierer

Der Antisemitismus war und ist nicht nur der "Sozialismus der dummen Kerls" (August Bebel), er ist eine Seelenspeise, mit der sich die Verlierer trösten. "Die Verschlafenen neigen dazu, Trägheit als Nachdenklichkeit, mangelnde Schlagfertigkeit als Tiefsinn, fehlende Bildung als Innerlichkeit auszugeben", schreibt Aly und wird sich damit die Kritik jener zuziehen, die glauben, man könne den Antisemitismus mit Aufklärung bekämpfen, man müsse den Antisemiten nur klar machen, welchen Beitrag die deutschen Juden zur deutschen Kultur geleistet, wie viele Nobelpreise sie gewonnen und wie tapfer sie im Ersten Weltkrieg gekämpft haben.

Das Gegenteil ist der Fall. Eine solche Betonung jüdischer "Tugenden" wird den Antisemiten in seinem Gefühl der Unterlegenheit nur bestärken. Denn er hasst den Juden nicht dafür, was er sagt oder tut, er hasst ihn, weil er da ist.
https://www.welt.de/kultur/history/arti ... miten.html
Von uns die Arbeit, von Gott den Segen.
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erpie
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von erpie »

Sehr gut!
„Palästina-Kongress“ in Berlin verboten: Polizei löst Treffen von Israelhassern in Tempelhof auf

In Berlin wurde der umstrittene „Palästina-Kongress“ schon zwei Stunden nach Beginn aufgelöst. Die Polizei untersagte das Treffen für das komplette Wochenende.
...
Die Veranstalter des „Palästina-Kongresses“ sind gescheitert. Zwar gelang es ihnen über Wochen, ihren Veranstaltungsort geheim zu halten. Aber dann dauerte die Tagung nur zwei Stunden in einem Bürokomplex in der Germaniastraße in Tempelhof. Dann schaltete die Polizei den Strom für die Videoübertragung ab. Die Tagung der Israelhasser wurde verboten.
Freitagmorgen, 9 Uhr in Wedding. Seit Wochen gab es massive Kritik an dem Kongress. Die Veranstalter luden zu einer Pressekonferenz in einen Treffpunkt linksradikaler Gruppen in Wedding. Nur „solidarische Medien“ waren zugelassen, andere durften nicht dabei sein. Auf mehrfache Nachfragen von Journalisten wollten sich die Veranstalter ausdrücklich nicht von der islamistischen Hamas und ihren Taten distanzieren.
...
Dann stand fest, wo die Israelhasser tagen wollten. Die Polizei war mit einem Großaufgebot von 900 Beamten angerückt. Der Bürokomplex wurde abgeriegelt, Feuerwehr und Bezirksamt prüften den Brandschutz. Nur 250 Teilnehmer wurden zugelassen. Eine Anwältin des Organisationsteams beklagte die „bürokratische Gewalt“ des deutschen Staates.
Sie störte es aber nicht, dass die große Mehrheit der angekündigten Redner sowie auch der Veranstalter dem jüdischen Staat das Existenzrecht absprechen, viele öffentlich die Terrortaten der Hamas unterstützen. Und es spielte auch keine Rolle, dass die Hamas Israel am 7. Oktober angegriffen, ein Massaker angerichtet und Hunderte Menschen in den Gazastreifen verschleppt hat.
...
Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte vor allem Organisationen zu dem Kongress aufgerufen, die dem israelfeindlichen „Boykott-Spektrum“ zuzurechnen sind. Dazu kommen eitere antiisraelische Gruppierungen wie die „Gruppe ArbeiterInnenmacht“ (GAM), „Revolution“ (REVO) und das „Vereinigte Palästinensische National Komitee“ (VPNK).
Die Polizei hatte klare Auflagen für den Kongress erteilt: Kein Hass und keine Hetze gegen Israel und Menschen, kein Bejubeln des Terrors der islamistischen Hamas und des Massakers vom 7. Oktober 2023, keine Relativierung des Holocaust, keine Symbole von Terrororganisation wie Hamas oder PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas), kein Verbrennen von Fahnen und Puppen.
...
Als eine Polizistin die Auflagen vorlas und PLFP und Hamas nannte, gab es Jubel aus der Warteschlange. „Viva, viva Palästina“-Rufe ertönten. „Die Behörden und Politiker haben alles versucht, diesen Kongress zu verhindern“, rief ein Aktivist. „Sie haben es nicht geschafft.“ Andere applaudieren. Als die Polizei einen Mann mit einem Banner abführte, skandierten Wartende „Hoch die internationale Solidarität“ und „Stoppt den Genozid“.
,,,,
Gegen jeden kleinen Verstoß, das war klar, würde die Polizei einschreiten. Das tat sie auch. Den Anlass lieferte Salman Abu Sitta, ein propalästinensischer Propagandist. Er war per Video zugeschaltet, weil ein Einreiseverbot gegen ihn besteht. Als er versucht hatte, zum Kongress aus London einzureisen, wurde er an der Grenze abgewiesen.
...
Der 86-Jährige hatte im Januar in einem Gastbeitrag auf einer israelfeindlichen Website verkündet, er bewundere die „Courage“ der Hamas-Terroristen, die heldenhaft ihr Land verteidigten. Er wäre selbst wahrscheinlich mit dabei gewesen, wenn er jünger wäre. Der Gazastreifen ist für ihn ein „Konzentrationslager“, das „in Dauer und Größe die Lager in Auschwitz, Treblinka und Dachau“ übertreffe.
Das Problem für den Kongress: Das Land Berlin hatte vor einiger Zeit auch ein politisches Betätigungsverbot gegen Abu Sitta verhängt. Der Polizei reichte der Video-Auftritt des 86-Jährigen, um den Kongress abzubrechen.
Auf der Plattform X war auf mehreren Videos zu sehen, wie Polizisten in voller Montur einen Steuerungsraum des Bürogebäudes mit Werkzeugen aufbrachen. „Wir haben doch einen Schlüssel“, rief jemand aus dem Hintergrund mehrmals, doch die Beamten ließen sich nicht beirren und baten darum, Abstand zu halten. Sekundenschnell war die Tür offen und die Beamten schalteten den Strom ab.
...
Am Ende hat die Polizei den Kongress auch für die weiteren Veranstaltungstage am Sonnabend und Sonntag verboten. Nach Ansicht der Polizei ist die Gefahr zu hoch, dass weitere Redner zugeschaltet werden, die „sich schon in der Vergangenheit antisemitisch oder gewaltverherrlichend öffentlich geäußert“ haben – und dann den Holocaust leugnen, Gewalt verherrlichen oder Antisemitismus verbreiten.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/pala ... 04531.html

und
Polizei beendet umstrittenen "Palästina-Kongress" in Berlin
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/20 ... ismus.html
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von jeck3108 »

Blitzsauber gelaufen bisher. Natürlich muss man so einen Kongress abhalten können, auch wenn zu ahnen war, was passiert.
Und wenn das dann eben passiert, dann beendet man die Sache.

Und es zeichnet auch diesen Staat aus, das dann die Veranstalter juristisch dagegen vorgehen können, wenn sie der Meinung sind, das war unrechtmäßig.

Und da bin ich dann mal gespannt, wie sie das begründen wollen. Ne Grußbotschaft von einer Person mit Auftrittsverbot, da dürfte nicht viel gehen.
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Amitaener
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Amitaener »

jeck3108 hat geschrieben: Samstag 13. April 2024, 21:01 Blitzsauber gelaufen bisher. Natürlich muss man so einen Kongress abhalten können, auch wenn zu ahnen war, was passiert.
Und wenn das dann eben passiert, dann beendet man die Sache.

Und es zeichnet auch diesen Staat aus, das dann die Veranstalter juristisch dagegen vorgehen können, wenn sie der Meinung sind, das war unrechtmäßig.

Und da bin ich dann mal gespannt, wie sie das begründen wollen. Ne Grußbotschaft von einer Person mit Auftrittsverbot, da dürfte nicht viel gehen.
Ich mach da mal ein dickes Fragezeichen dran.
1. In das Recht auf Vesammlungsfreiheit hundertfach einzugreifen, weil eine Person ein gegen sie verhängtes politisches Betätigungsverbot durchbrochen hat, ist schon verdammt harter Tobak.
2. Nachdem der Delinquent abgeschaltet wurde (unter Verwendung von Einbruchwerkzeugen statt des angebotenen Schlüssels !) wird das Versammlungsrecht keineswegs wieder in Kraft gesetzt, sondern prophylaktisch (!) für die gesamte Zeit der angemeldeten Zusammenkunft suspendiert. Weil die Polizei weitere Rechtsverstöße nicht ausschließen will. Das ist schon soviel Vorneverteidigung, dass sie von Angriff nun wirklich nicht mehr zu unterscheiden ist.
Buli
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

jeck3108 hat geschrieben: Samstag 13. April 2024, 21:01 Blitzsauber gelaufen bisher. Natürlich muss man so einen Kongress abhalten können, auch wenn zu ahnen war, was passiert.
Und wenn das dann eben passiert, dann beendet man die Sache.

Und es zeichnet auch diesen Staat aus, das dann die Veranstalter juristisch dagegen vorgehen können, wenn sie der Meinung sind, das war unrechtmäßig.

Und da bin ich dann mal gespannt, wie sie das begründen wollen. Ne Grußbotschaft von einer Person mit Auftrittsverbot, da dürfte nicht viel gehen.
Es ist die Frage, beinhaltet das Einreiseverbot von Salman Abu Sitta auch ein Auftrittsverbot? Im Artikel steht das nicht.
Er ist ja jetzt nicht eingereist und dann persönlich aufgetreten, sondern wurde per Video zugeschaltet.
Das wird jetzt wohl eine juristische Auslegungssache werden.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von erpie »

Zu dem Abbruch:
Eine gute Stunde später als geplant, hatte der Kongress am Freitag gerade erst begonnen, da drehten die Einsatzpolizisten den Strom ab und erklärten die Veranstaltung für beendet. Grund war der palästinensische Autor Salman Abu Sitta, der in einer Videobotschaft auftrat. Er ist nicht nur mit einem Einreiseverbot nach Deutschland, sondern auch mit einem politischen Betätigungsverbot belegt.

„Wir haben auch erst kurzfristig von dem Betätigungsverbot gewusst“, sagte Polizeisprecherin Anja Ostertag dem Tagesspiegel, „aus Datenschutzgründen hätten wir es den Veranstaltern vorher gar nicht mitteilen dürfen. Veranstalter müssen selber vorher klären, mit wem sie es zu tun haben.“ Alle Festgenommenen seien nach der Identitätsfeststellung wieder frei gelassen worden. Es habe 12 Strafanzeigen wegen verschiedener Delikte gegeben, mehr Details könne sie derzeit nicht nennen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/pala ... 12685.html

Wenn man die Vorgeschichte zu dem Kongreß sich noch einmal anschaut, dann war der Autor Salman Abu Sitta nicht die einzige "problematische" Figur die bei diesem Kongreß einen Vortrag halten sollte.
Die große Mehrheit der angekündigten Redner sowie der Veranstalter sprechen dem jüdischen Staat das Existenzrecht ab, viele unterstützen öffentlich die Terrortaten der Hamas. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass es in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und des Landes Berlin Einreiseverbote gegen mehrere prominente Aktivisten gegeben habe, die am Kongress teilnehmen wollten.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach ... 11563.html
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

erpie hat geschrieben: Sonntag 14. April 2024, 08:18 Zu dem Abbruch:
Eine gute Stunde später als geplant, hatte der Kongress am Freitag gerade erst begonnen, da drehten die Einsatzpolizisten den Strom ab und erklärten die Veranstaltung für beendet. Grund war der palästinensische Autor Salman Abu Sitta, der in einer Videobotschaft auftrat. Er ist nicht nur mit einem Einreiseverbot nach Deutschland, sondern auch mit einem politischen Betätigungsverbot belegt.

„Wir haben auch erst kurzfristig von dem Betätigungsverbot gewusst“, sagte Polizeisprecherin Anja Ostertag dem Tagesspiegel, „aus Datenschutzgründen hätten wir es den Veranstaltern vorher gar nicht mitteilen dürfen. Veranstalter müssen selber vorher klären, mit wem sie es zu tun haben.“ Alle Festgenommenen seien nach der Identitätsfeststellung wieder frei gelassen worden. Es habe 12 Strafanzeigen wegen verschiedener Delikte gegeben, mehr Details könne sie derzeit nicht nennen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/pala ... 12685.html

Wenn man die Vorgeschichte zu dem Kongreß sich noch einmal anschaut, dann war der Autor Salman Abu Sitta nicht die einzige "problematische" Figur die bei diesem Kongreß einen Vortrag halten sollte.
Die große Mehrheit der angekündigten Redner sowie der Veranstalter sprechen dem jüdischen Staat das Existenzrecht ab, viele unterstützen öffentlich die Terrortaten der Hamas. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass es in Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden des Bundes und des Landes Berlin Einreiseverbote gegen mehrere prominente Aktivisten gegeben habe, die am Kongress teilnehmen wollten.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach ... 11563.html
Dann dürften der Abbruch und das (nachträgliche) Verbot der Veranstaltung rechtens sein.
Grün/Weiße Grüße :wave:
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Heinz B.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Heinz B. »

Bravo. Wurde höchste Zeit, dass diesen Typen mal klar gemacht wurde, dass sie den Nahostkonflikt nicht nach Deutschland tragen dürfen.

Und es wird höchste Zeit, dass man hier gegen Salafisten und IS-Anhänger schonungslos mit aller Härte vorgeht. Man redet immer davon, dass die neue Rechte, also AfD und Co, diesen Staat latent gefährdet. Zweifellos ist in einigen Ansätzen so. Aber diese Islamisten schreien öffentlichen ihre Verachtung für die westlichen Werte hinaus, rufen zu Terroranschlägen auf, verfolgen jüdische Mitbürger und erdreisten sich sich sogar, als Sharia-Polizei an Schulen andere Moslem zu disziplinieren.
Ich diskutiere nicht, ich erkläre lediglich, warum ich Recht habe. :wink:
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von jeck3108 »

Amitaener hat geschrieben: Samstag 13. April 2024, 23:35
Ich mach da mal ein dickes Fragezeichen dran.
1. In das Recht auf Vesammlungsfreiheit hundertfach einzugreifen, weil eine Person ein gegen sie verhängtes politisches Betätigungsverbot durchbrochen hat, ist schon verdammt harter Tobak.
2. Nachdem der Delinquent abgeschaltet wurde (unter Verwendung von Einbruchwerkzeugen statt des angebotenen Schlüssels !) wird das Versammlungsrecht keineswegs wieder in Kraft gesetzt, sondern prophylaktisch (!) für die gesamte Zeit der angemeldeten Zusammenkunft suspendiert. Weil die Polizei weitere Rechtsverstöße nicht ausschließen will. Das ist schon soviel Vorneverteidigung, dass sie von Angriff nun wirklich nicht mehr zu unterscheiden ist.
Das ist überhaupt nicht starker Tobak, das ist die Rechtslage aus Sicht der Polizeikräfte.
Und das kann man ja jetzt überprüfen lassen, wenn man sich die Mühe machen will.

Und das ist keine Vorne Verteidigung. Das wäre es gewesen, wenn man es vorab verboten hätte, weil man aus Erfahrung heraus ahnt, was geschieht.
Man hat die Chance gegeben, zu beweisen, das diese Ahnung nicht stimmt.
Das Gegenteil ist passiert, es hat paar Minuten gedauert, bis die Damen und Herren bewiesen haben, das man Recht hatte mit der Ahnung, wessen Geistes Kind sie sind.

Und das hat eben Konsequenzen, zum Glück. Würde man sich an anderer Stelle vielleicht auch öfter wünschen, ändert aber nix daran, das das da aufgelöst gehört.
Denn das war nun blanke Provokation. So dämlich kann man nicht sein, wenn man denn ernstlich eine beachtenswerte Kritik an dem israelischen Vorgehen in die Öffentlichkeit tragen will.
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Heinz B.
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Iran greift Israel an

Beitrag von Heinz B. »

Seit letzter Nacht ist Gefahr eines Krieges zwischen dem Iran und Israel enorm gestiegen. Der durch die Ermordung hoher iranischer Offiziere durch Israel provozierte Gegenschlag könnte der Beginn eine direkten Krieges bedeuten. Mal abwarten, wie Israel antwortet. Im Focus nimmt ein australischer Militärexperte dazu Stellung:
Der Iran hat erstmals in der Geschichte des islamistischen Regimes Israel direkt angegriffen. Normalerweise nutzt der Iran für Angriffe auf Israel ausschließlich seine Stellvertreter in der Region, das hat sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag geändert. Damit hat der Iran seine Drohung wahr gemacht und hat laut Angaben des israelischen Militärs rund 200 Drohnen und Raketen abgeschossen.

Was bedeutet dieser Großangriff nun für die Region? Mick Ryan hat dazu drei aktuell wichtige Fragen aufgeworfen. So stellt sich laut des ehemaligen Generalmajor der australischen Armee zum einem die Frage, ob es sich um einen „Leistungsangriff“ oder um „etwas Größeres“ handelt.

Unter „Leistungsangriff“ versteht Ryan eine Vergeltung für den israelischen Angriff auf die iranische Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Dabei kamen Anfang April zwei hochrangige Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde ums Leben. Mit dem Großangriff habe der Iran unter anderem sein Ansehen in der Region stärken wollen, so Ryan weiter.

Die zweite große Frage für den Experten lautet, was das eigentliche Ziel und die Strategie des Iran sei. Denn durch den Angriff könnte die Sympathien für Israel wieder zunehmen, nachdem das Land lange für deren Angriffe im Gaza stark in der Kritik stand.

Die iranische Attacke könnte einen regionalen Flächenbrand auslösen. Auch aus dieser Angst heraus, stellt sich als dritte zentrale Frage, wie Israels Vergeltungsschlag aussehen könnte. „Israel hat schon früher Langstreckenangriffe gegen den Iran geprobt“, schreib Ryan auf „X“ und wirft die Frage auf: „Könnte Israel dies nutzen, um die iranischen Atomwaffenprogramme direkt anzugreifen.“


All diese Fragen lassen sich aktuell noch nicht beantworten, sicher ist aber, dass eine große Ungewissheit darüber herrscht, wie sich die Situation in der Region in den kommenden Stunden oder Tagen entwickelt. Dann wird sich zeigen, ob ein Krieg im Nahen Osten droht oder eine Deeskalation möglich ist.

Laut des Militärexperten spiele die aktuelle Situation vor allem zwei Länder in die Karten: „Das wird Russland und China sehr freuen“. Denn die Aufmerksamkeit der US-Regierung könnte sich nun vor allem in den Nahen Osten verlegen. Zum Nachteil der Ukraine und Taiwan.
Ich diskutiere nicht, ich erkläre lediglich, warum ich Recht habe. :wink:
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Amitaener »

jeck3108 hat geschrieben: Sonntag 14. April 2024, 12:07
Amitaener hat geschrieben: Samstag 13. April 2024, 23:35
Ich mach da mal ein dickes Fragezeichen dran.
1. In das Recht auf Vesammlungsfreiheit hundertfach einzugreifen, weil eine Person ein gegen sie verhängtes politisches Betätigungsverbot durchbrochen hat, ist schon verdammt harter Tobak.
2. Nachdem der Delinquent abgeschaltet wurde (unter Verwendung von Einbruchwerkzeugen statt des angebotenen Schlüssels !) wird das Versammlungsrecht keineswegs wieder in Kraft gesetzt, sondern prophylaktisch (!) für die gesamte Zeit der angemeldeten Zusammenkunft suspendiert. Weil die Polizei weitere Rechtsverstöße nicht ausschließen will. Das ist schon soviel Vorneverteidigung, dass sie von Angriff nun wirklich nicht mehr zu unterscheiden ist.
Das ist überhaupt nicht starker Tobak, das ist die Rechtslage aus Sicht der Polizeikräfte.
Und das kann man ja jetzt überprüfen lassen, wenn man sich die Mühe machen will.

Und das ist keine Vorne Verteidigung. Das wäre es gewesen, wenn man es vorab verboten hätte, weil man aus Erfahrung heraus ahnt, was geschieht.
Man hat die Chance gegeben, zu beweisen, das diese Ahnung nicht stimmt.
Das Gegenteil ist passiert, es hat paar Minuten gedauert, bis die Damen und Herren bewiesen haben, das man Recht hatte mit der Ahnung, wessen Geistes Kind sie sind.
Guck mal hier Jeck - wenn der Jurist Plöse kein notorischer Lügner ist, dann ist deine Version mit "Chance geben" mal mindestens so weit weg von den realen Abläufen, wie die Chance der Bayern auf die Meisterschaft.
https://taz.de/Jurist-ueber-Palaestina- ... /!6004427/
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Drewes - Kleine-Bekel, Köhn, Rothe (Brown, Gavory, Cisse) - Lemperle, Hartel, Holtby, Tzolis, Nebel (Quedraogo) - Atik, Saad (Afolayan, Kozuki)
3. Liga
Gebhardt - Kölle, Zeitz, Faber, Oppie (Ehlich, Sechelmann) - Marseiler, Kerber, Kankam Kyerewaa, Kopacz, Burcu (Civeja, Shipnoski, Westermeier) - Scienza (Otto, Becker, Beleme, Bamba)
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von erpie »

Einfach nur pervers:
Yahya Sinwar Helped Start the War in Gaza. Now He’s Key to Its Endgame.
Hamas’s leader in Gaza is considered an architect of the Oct. 7 attacks that prompted Israel to retaliate. As mediators seek a cease-fire, a deal depends on Mr. Sinwar as well as his Israeli foes.
https://www.nytimes.com/2024/05/12/worl ... inwar.html

und die Strategie der Hamas ist voll und ganz aufgegangen.
Von Solidarität mit Israel ist so gut wie keine Rede mehr

Jüdinnen und Juden werden bedroht, schikaniert, angegriffen. Sie und Israel sind Ziel empörender Feindseligkeit geworden. Allerdings ist von Solidarität mit ihnen nun sehr viel seltener die Rede.

Die Bilder hungernder, verzweifelter und getöteter Menschen in Gaza lassen die Stimmung kippen. Weltöffentlichkeit und Weltdiplomatie haben ihr Urteil gesprochen – gegen Israel. Der Krieg, zumindest jenseits der militärischen Front, er ist verloren.

Die bösartige Rechnung der Terroristen ist aufgegangen: die „Zionisten“ in einen Kampf zwingen, dem sie sich ob des Auslösers – eines eiskalt kalkulierten Angriffs auf Zivilisten – nicht entziehen können, aber der weder durchzuhalten noch zu gewinnen ist. Die Hamas und ihr Hass haben gesiegt.
https://www.tagesspiegel.de/internation ... 51600.html
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

erpie hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 07:50 Einfach nur pervers:
Yahya Sinwar Helped Start the War in Gaza. Now He’s Key to Its Endgame.
Hamas’s leader in Gaza is considered an architect of the Oct. 7 attacks that prompted Israel to retaliate. As mediators seek a cease-fire, a deal depends on Mr. Sinwar as well as his Israeli foes.
https://www.nytimes.com/2024/05/12/worl ... inwar.html

und die Strategie der Hamas ist voll und ganz aufgegangen.
Von Solidarität mit Israel ist so gut wie keine Rede mehr

Jüdinnen und Juden werden bedroht, schikaniert, angegriffen. Sie und Israel sind Ziel empörender Feindseligkeit geworden. Allerdings ist von Solidarität mit ihnen nun sehr viel seltener die Rede.

Die Bilder hungernder, verzweifelter und getöteter Menschen in Gaza lassen die Stimmung kippen. Weltöffentlichkeit und Weltdiplomatie haben ihr Urteil gesprochen – gegen Israel. Der Krieg, zumindest jenseits der militärischen Front, er ist verloren.

Die bösartige Rechnung der Terroristen ist aufgegangen: die „Zionisten“ in einen Kampf zwingen, dem sie sich ob des Auslösers – eines eiskalt kalkulierten Angriffs auf Zivilisten – nicht entziehen können, aber der weder durchzuhalten noch zu gewinnen ist. Die Hamas und ihr Hass haben gesiegt.
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Warum genau wurde und wird von Israel eine faire 2-Staaten-Lösung verhindert?
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von erpie »

Atlan hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 08:03
erpie hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 07:50 Einfach nur pervers:

https://www.nytimes.com/2024/05/12/worl ... inwar.html

und die Strategie der Hamas ist voll und ganz aufgegangen.

https://www.tagesspiegel.de/internation ... 51600.html
Warum genau wurde und wird von Israel eine faire 2-Staaten-Lösung verhindert?
Warum fragst Du? Was hat das direkt mit dem 7.10.2023 und den Folgen zu tun?
Warum verhindert die Hamas eine faire 2-Staaten-Lösung?
Charta
Am 18. August 1988 erschien ein lange vorbereitetes, als „Hamas-Charta“ bezeichnetes Grundsatzdokument, in dem die 1987 gegründete palästinensische Terrororganisation ihr Programm darlegte und ihre Ziele festschrieb. Die vorangestellte Sure 3 betont die Überlegenheit des Islam über Judentum und Christentum und verheißt den Muslimen den Sieg über die „Ungläubigen“. Dem folgt ein Statement Hassan al-Bannas, das den Kampf gegen Israel propagiert – bis der Islam es „annulliert“. Die Präambel fordert den Dschihad – den Kampf aller Araber und Muslime um Palästina – „bis dass die Niederlage der Juden die Macht Allahs offenbaren werde“. Diese Kampfansage der Hamas gegen die in Israel lebenden Juden wird in den Artikeln 3 bis 8 der Charta näher ausgeführt. Artikel 7 zitiert ein Hadith zum „Endgericht Allahs, wonach die Steine und Bäume versteckte Juden verraten, damit die Muslime sie alle töten“. Artikel 11 fordert, Palästina als geheiligtes islamisches „Waqf-Land“ zu sehen. Artikel 12 erklärt den Dschihad gegen Israel zur höchsten Form der Vaterlandsliebe und die Mitglieder der Hamas zu den einzig wahren Patrioten; demgemäß schließt Artikel 13 alle Verhandlungen mit Israel aus. Artikel 15 fordert „Palästinas Reislamisierung“ gegen die „geistige Invasion des Westens“. Nach Artikel 17 und 18 sollen auch Frauen und Mädchen zu Kämpferinnen im Sinne des Dschihad erzogen werden. Artikel 20 und 21 stellen die Zakāt, die Almosensteuer der Muslime, in den Dienst des Dschihad. Artikel 22 beschreibt das in den antisemitisch geprägten „Protokolle der Weisen von Zion“ postulierte Weltjudentum und führt die beiden Weltkriege, die Balfour-Erklärung, den Völkerbund und die Vereinten Nationen (UNO), dessen Nachfolgeorganisation, auf dieses Hirngespinst zurück. Artikel 31 behauptet – im Gegensatz zu den Artikeln 6 und 7 – dass die Hamas die Menschenrechte achten würde und verkündet, dass wo immer der Islam die gesellschaftsbestimmende Religion sei, auch „religiöse Toleranz“ herrsche. Im Artikel 32 wird unter Verweis auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ behauptet, dass Zionismus und Kolonialismus ein weltumspannendes Bündnis mit dem Ziel eingegangen seien, sich die durch den Islam geprägten, arabischen Länder im Nahen Osten einzuverleiben. Sollten Muslime den Dschihad nicht mehr weiterführen wollen, wird ihnen nach ihrem Tod ein „Verbleib in der Hölle“ angedroht. Artikel 34 und 35 versprechen allen gläubigen Muslimen „den Sieg über den Zionismus, wenn sie sich von Allah leiten ließen und aus den vergangenen Siegen gegen die Ungläubigen lernen würden“; Beispiele dafür in der Geschichte seien die Siege der Muslime gegen Kreuzfahrer und Tataren. Weiter wird behauptet, dass die Hamas nur den Menschen helfen wolle, nicht aber nach Ruhm oder Herrschaft trachten würde. Die Hamas-Charta stellt somit einen Gegenentwurf zur Nationalcharta der PLO von 1968 dar.[13]

Ein Strategiepapier der Hamas vom Mai 2017 bekräftigte die Ideologie und Ziele der Charta, nannte aber auch einen Staat Palästina „in den Grenzen von 1967“ als „nationalen Konsens“. Historiker, Politikwissenschaftler und Terrorexperten widersprachen Medienberichten, die das Papier als Anerkennung Israels und als Abkehr von der Charta gedeutet hatten. Auch die Hamas-Führung betonte, das Papier ersetze die Charta nicht.[14]

Holocaustleugnung

Wie die ägyptische Muslimbruderschaft vertrat die Hamas wiederholt öffentlich die Holocaustleugnung. Im Januar 2000 bezeichnete ein Hamas-Text den Holocaust als zionistische Geschichtsfälschung. 2003 nannte der Hamas-Führer Abd al-Aziz ar-Rantisi den Holocaust eine Lüge und zionistische Propaganda und behauptete eine Zusammenarbeit der Zionisten mit dem NS-Regime. Wie zuvor Irans damaliger Staatspräsident Mahmud Ahmadineschād bezeichneten der Muslimbruderschafts-Führer Muhammad Mhadi Akif und der Hamas-Führer Khalid Mashal den Holocaust Ende 2005 als Mythos. Später nahmen beide diese Aussage zurück, so 2008 auch der Hamas-Minister Bassem Naeem.[15]

2009 schrieb die Hamas an die UNRWA, man lehne es ab, „dass unsere Kinder eine Lüge lernen sollen, die von den Zionisten erfunden wurde“. Die UNRWA erklärte dazu, der Holocaust komme im Schulmaterial der rund 200.000 Palästinenserkinder im Gazastreifen aktuell ohnehin nicht vor.[16] 2011 erklärte die Hamas, Schulunterricht zum Holocaust im Gazastreifen sei ein Plan der „zionistischen Entität“ (Israel), um eine Realität zu erzeugen, Untaten gegen die Palästinenser zu rechtfertigen und das Denken palästinensischer Flüchtlingskinder zu „vergiften“. Das werde man nicht zulassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas#Ideologie
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

erpie hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 08:30
Atlan hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 08:03
Warum genau wurde und wird von Israel eine faire 2-Staaten-Lösung verhindert?
Warum fragst Du? Was hat das direkt mit dem 7.10.2023 und den Folgen zu tun?
Warum verhindert die Hamas eine faire 2-Staaten-Lösung?
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Am 18. August 1988 erschien ein lange vorbereitetes, als „Hamas-Charta“ bezeichnetes Grundsatzdokument, in dem die 1987 gegründete palästinensische Terrororganisation ihr Programm darlegte und ihre Ziele festschrieb. Die vorangestellte Sure 3 betont die Überlegenheit des Islam über Judentum und Christentum und verheißt den Muslimen den Sieg über die „Ungläubigen“. Dem folgt ein Statement Hassan al-Bannas, das den Kampf gegen Israel propagiert – bis der Islam es „annulliert“. Die Präambel fordert den Dschihad – den Kampf aller Araber und Muslime um Palästina – „bis dass die Niederlage der Juden die Macht Allahs offenbaren werde“. Diese Kampfansage der Hamas gegen die in Israel lebenden Juden wird in den Artikeln 3 bis 8 der Charta näher ausgeführt. Artikel 7 zitiert ein Hadith zum „Endgericht Allahs, wonach die Steine und Bäume versteckte Juden verraten, damit die Muslime sie alle töten“. Artikel 11 fordert, Palästina als geheiligtes islamisches „Waqf-Land“ zu sehen. Artikel 12 erklärt den Dschihad gegen Israel zur höchsten Form der Vaterlandsliebe und die Mitglieder der Hamas zu den einzig wahren Patrioten; demgemäß schließt Artikel 13 alle Verhandlungen mit Israel aus. Artikel 15 fordert „Palästinas Reislamisierung“ gegen die „geistige Invasion des Westens“. Nach Artikel 17 und 18 sollen auch Frauen und Mädchen zu Kämpferinnen im Sinne des Dschihad erzogen werden. Artikel 20 und 21 stellen die Zakāt, die Almosensteuer der Muslime, in den Dienst des Dschihad. Artikel 22 beschreibt das in den antisemitisch geprägten „Protokolle der Weisen von Zion“ postulierte Weltjudentum und führt die beiden Weltkriege, die Balfour-Erklärung, den Völkerbund und die Vereinten Nationen (UNO), dessen Nachfolgeorganisation, auf dieses Hirngespinst zurück. Artikel 31 behauptet – im Gegensatz zu den Artikeln 6 und 7 – dass die Hamas die Menschenrechte achten würde und verkündet, dass wo immer der Islam die gesellschaftsbestimmende Religion sei, auch „religiöse Toleranz“ herrsche. Im Artikel 32 wird unter Verweis auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ behauptet, dass Zionismus und Kolonialismus ein weltumspannendes Bündnis mit dem Ziel eingegangen seien, sich die durch den Islam geprägten, arabischen Länder im Nahen Osten einzuverleiben. Sollten Muslime den Dschihad nicht mehr weiterführen wollen, wird ihnen nach ihrem Tod ein „Verbleib in der Hölle“ angedroht. Artikel 34 und 35 versprechen allen gläubigen Muslimen „den Sieg über den Zionismus, wenn sie sich von Allah leiten ließen und aus den vergangenen Siegen gegen die Ungläubigen lernen würden“; Beispiele dafür in der Geschichte seien die Siege der Muslime gegen Kreuzfahrer und Tataren. Weiter wird behauptet, dass die Hamas nur den Menschen helfen wolle, nicht aber nach Ruhm oder Herrschaft trachten würde. Die Hamas-Charta stellt somit einen Gegenentwurf zur Nationalcharta der PLO von 1968 dar.[13]

Ein Strategiepapier der Hamas vom Mai 2017 bekräftigte die Ideologie und Ziele der Charta, nannte aber auch einen Staat Palästina „in den Grenzen von 1967“ als „nationalen Konsens“. Historiker, Politikwissenschaftler und Terrorexperten widersprachen Medienberichten, die das Papier als Anerkennung Israels und als Abkehr von der Charta gedeutet hatten. Auch die Hamas-Führung betonte, das Papier ersetze die Charta nicht.[14]

Holocaustleugnung

Wie die ägyptische Muslimbruderschaft vertrat die Hamas wiederholt öffentlich die Holocaustleugnung. Im Januar 2000 bezeichnete ein Hamas-Text den Holocaust als zionistische Geschichtsfälschung. 2003 nannte der Hamas-Führer Abd al-Aziz ar-Rantisi den Holocaust eine Lüge und zionistische Propaganda und behauptete eine Zusammenarbeit der Zionisten mit dem NS-Regime. Wie zuvor Irans damaliger Staatspräsident Mahmud Ahmadineschād bezeichneten der Muslimbruderschafts-Führer Muhammad Mhadi Akif und der Hamas-Führer Khalid Mashal den Holocaust Ende 2005 als Mythos. Später nahmen beide diese Aussage zurück, so 2008 auch der Hamas-Minister Bassem Naeem.[15]

2009 schrieb die Hamas an die UNRWA, man lehne es ab, „dass unsere Kinder eine Lüge lernen sollen, die von den Zionisten erfunden wurde“. Die UNRWA erklärte dazu, der Holocaust komme im Schulmaterial der rund 200.000 Palästinenserkinder im Gazastreifen aktuell ohnehin nicht vor.[16] 2011 erklärte die Hamas, Schulunterricht zum Holocaust im Gazastreifen sei ein Plan der „zionistischen Entität“ (Israel), um eine Realität zu erzeugen, Untaten gegen die Palästinenser zu rechtfertigen und das Denken palästinensischer Flüchtlingskinder zu „vergiften“. Das werde man nicht zulassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas#Ideologie
Nach deiner Ausführung hier hat die Hamas die alleinige Schuld an den Ereignissen die zum Terrorakt am 7.10.2023 führten.
Belassen wir es dabei.
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Heinz B.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Heinz B. »

Atlan hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 17:15
erpie hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 08:30
Warum fragst Du? Was hat das direkt mit dem 7.10.2023 und den Folgen zu tun?
Warum verhindert die Hamas eine faire 2-Staaten-Lösung?

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas#Ideologie
Nach deiner Ausführung hier hat die Hamas die alleinige Schuld an den Ereignissen die zum Terrorakt am 7.10.2023 führten.
Belassen wir es dabei.
Sollte man nicht. Weil es nämlich eindeutig falsch ist.

Die Hamas trägt die alleinige Schuld am Oktober -Massaker, ohne Frage.

Aber die Schuld daran, dass Terrorgruppen wie die Hamas große Sympathien in der palästinensischen Zivilgesellschaft entgegengebracht werden, trägt seit Jahrzehnten zum großen Teil die restriktive und menschenverachtende Palästinapolitik der israelischen Regierungen.
Ich diskutiere nicht, ich erkläre lediglich, warum ich Recht habe. :wink:
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

Heinz B. hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 19:33
Atlan hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 17:15
Nach deiner Ausführung hier hat die Hamas die alleinige Schuld an den Ereignissen die zum Terrorakt am 7.10.2023 führten.
Belassen wir es dabei.
Sollte man nicht. Weil es nämlich eindeutig falsch ist.

Die Hamas trägt die alleinige Schuld am Oktober -Massaker, ohne Frage.

Aber die Schuld daran, dass Terrorgruppen wie die Hamas große Sympathien in der palästinensischen Zivilgesellschaft entgegengebracht werden, trägt seit Jahrzehnten zum großen Teil die restriktive und menschenverachtende Palästinapolitik der israelischen Regierungen.
So ist es Richtig! :thumbup:
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von jeck3108 »

Heinz B. hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 19:33
Die Hamas trägt die alleinige Schuld am Oktober -Massaker, ohne Frage.

Aber die Schuld daran, dass Terrorgruppen wie die Hamas große Sympathien in der palästinensischen Zivilgesellschaft entgegengebracht werden, trägt seit Jahrzehnten zum großen Teil die restriktive und menschenverachtende Palästinapolitik der israelischen Regierungen.
Ist sicher was dran.

Nur kann man es genau so umdrehen: das die über weite Zeitstrecken restriktive Besatzungspolitik Mehrheiten in der israelischen Bevölkerung findet, wundert einen nicht bei 70 jähriger Nicht-Akzeptanz der Niederlage in mehreren Angriffskrieg en durch die Palästinenser und ihren Stellvertreter -Verbündeten und deren Folgen und der Reaktion darauf mit fortwährendem Terror.

Das der nicht die Opferzahlen bringt, die man sich erhofft... nun, Unfähigkeit führt nun nicht dazu, das die, die Opfer sein sollten locker darüber hinwegsehen.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Amitaener »

jeck3108 hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 22:11
Heinz B. hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 19:33
Die Hamas trägt die alleinige Schuld am Oktober -Massaker, ohne Frage.

Aber die Schuld daran, dass Terrorgruppen wie die Hamas große Sympathien in der palästinensischen Zivilgesellschaft entgegengebracht werden, trägt seit Jahrzehnten zum großen Teil die restriktive und menschenverachtende Palästinapolitik der israelischen Regierungen.
Ist sicher was dran.

Nur kann man es genau so umdrehen: das die über weite Zeitstrecken restriktive Besatzungspolitik Mehrheiten in der israelischen Bevölkerung findet, wundert einen nicht bei 70 jähriger Nicht-Akzeptanz der Niederlage in mehreren Angriffskrieg en durch die Palästinenser und ihren Stellvertreter -Verbündeten und deren Folgen und der Reaktion darauf mit fortwährendem Terror.

Das der nicht die Opferzahlen bringt, die man sich erhofft... nun, Unfähigkeit führt nun nicht dazu, das die, die Opfer sein sollten locker darüber hinwegsehen.
War nicht anders zu erwarten, dass auch hier irgendwann die Relativiererei einsetzt. War schon zu Opas Zeiten so: ohne die Raffgier der Juden kein KZ.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

Amitaener hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 23:21
jeck3108 hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 22:11
Ist sicher was dran.

Nur kann man es genau so umdrehen: das die über weite Zeitstrecken restriktive Besatzungspolitik Mehrheiten in der israelischen Bevölkerung findet, wundert einen nicht bei 70 jähriger Nicht-Akzeptanz der Niederlage in mehreren Angriffskrieg en durch die Palästinenser und ihren Stellvertreter -Verbündeten und deren Folgen und der Reaktion darauf mit fortwährendem Terror.

Das der nicht die Opferzahlen bringt, die man sich erhofft... nun, Unfähigkeit führt nun nicht dazu, das die, die Opfer sein sollten locker darüber hinwegsehen.
War nicht anders zu erwarten, dass auch hier irgendwann die Relativiererei einsetzt. War schon zu Opas Zeiten so: ohne die Raffgier der Juden kein KZ.
Das ist deine Interpretation, Stichwort Raffgier.
Man könnte auch sagen: Ohne den Neid der Nichtjuden hätte es die KZ nicht gegeben.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von erpie »

Atlan hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 17:15
erpie hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 08:30
Warum fragst Du? Was hat das direkt mit dem 7.10.2023 und den Folgen zu tun?
Warum verhindert die Hamas eine faire 2-Staaten-Lösung?

https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas#Ideologie
Nach deiner Ausführung hier hat die Hamas die alleinige Schuld an den Ereignissen die zum Terrorakt am 7.10.2023 führten.
Belassen wir es dabei.
Was hat dieser Satz: Yahya Sinwar Helped Start the War in Gaza. Now He’s Key to Its Endgame. mit der Zweistaaten Lösung zu tun? Ebenso bezieht sich der verlinkte Kommentar aus dem Tagesspiegel direkt auf das Massaker vom 7.Oktober 2023 und der (fehlenden) Solidarität mit Israel. Ich verstehe nicht recht wie Du in diesem Zusammenhang auf die Zweistaatenlösung kommst. Zumal die Charta der Hamas eindeutig die Auflösung des Staates Israel erreichen will, wo ist da die Zweistaaten Lösung?

Das Israel gerade mit der jetzigen Regierung eine zu verurteilende Politik zur Palästina Frage betreibt sollte jedem bewußt sein, es gehen sogar in diesem "imperialistischen Unrechtsstaat" Israelis gegen die Regierung auf die Strasse...

Zu Antisemitismus empfehle ich die 4 teilige Dokumentation
Eine Geschichte des Antisemitismus (1/4)So begann es: 38 - 1144
Wo nahm der Antisemitismus seinen Anfang und wie hat er sich weiterentwickelt? Die erste Folge der Dokureihe untersucht die Wurzeln des Phänomens: von der ersten Welle antijüdischer Gewalt im antiken Alexandria über das goldene Zeitalter von al-Andalus und das Massaker von Granada bis hin zu den Kreuzzügen.
Wo nahm der Antisemitismus seinen Anfang? Warum konnte er sich weiterverbreiten? Warum entstand die erste große Welle antijüdischer Gewalt ausgerechnet im antiken Alexandria, als die Römer die Macht übernahmen? Wie setzte sich der Antijudaismus in den christlichen und in den muslimischen Zivilisationen fest? Wie konnte Granada nach einem 300-jährigen Goldenen Zeitalter auf der Iberischen Halbinsel zum Schauplatz eines Massakers werden, dem ersten Pogrom auf europäischem Boden? Warum kam es während der Kreuzzüge zu organisierten Judenpogromen?
Der Gang durch das erste Jahrtausend erzählt nicht nur von den Anfängen des Antisemitismus, sondern auch vom beginnenden Kampf gegen diese Anfeindungen, vom Schutz der Juden durch die Karolinger, von der Unterstützung durch die maurischen Könige in Spanien bis zum Aufruf des Abts Bernhard von Clairvaux (1090-1153), der blutigen Judenverfolgung während der Kreuzzüge ein Ende zu bereiten.
Autor und Regisseur Jonathan Hayoun ist M.A. in Politischer Kommunikation, jüdischen Wissenschaften und audiovisueller Produktion. Er war Präsident der UEJF (Union des Étudiants Juifs de France) und Regisseur des ARTE-Dokumentarfilms „Rettet Auschwitz!“ (2017).
https://www.arte.tv/de/videos/089973-00 ... ismus-1-4/
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von Atlan »

erpie hat geschrieben: Donnerstag 16. Mai 2024, 07:41
Atlan hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 17:15
Nach deiner Ausführung hier hat die Hamas die alleinige Schuld an den Ereignissen die zum Terrorakt am 7.10.2023 führten.
Belassen wir es dabei.
Was hat dieser Satz: Yahya Sinwar Helped Start the War in Gaza. Now He’s Key to Its Endgame. mit der Zweistaaten Lösung zu tun? Ebenso bezieht sich der verlinkte Kommentar aus dem Tagesspiegel direkt auf das Massaker vom 7.Oktober 2023 und der (fehlenden) Solidarität mit Israel. Ich verstehe nicht recht wie Du in diesem Zusammenhang auf die Zweistaatenlösung kommst. Zumal die Charta der Hamas eindeutig die Auflösung des Staates Israel erreichen will, wo ist da die Zweistaaten Lösung?

Das Israel gerade mit der jetzigen Regierung eine zu verurteilende Politik zur Palästina Frage betreibt sollte jedem bewußt sein, es gehen sogar in diesem "imperialistischen Unrechtsstaat" Israelis gegen die Regierung auf die Strasse...

Zu Antisemitismus empfehle ich die 4 teilige Dokumentation
Eine Geschichte des Antisemitismus (1/4)So begann es: 38 - 1144
Wo nahm der Antisemitismus seinen Anfang und wie hat er sich weiterentwickelt? Die erste Folge der Dokureihe untersucht die Wurzeln des Phänomens: von der ersten Welle antijüdischer Gewalt im antiken Alexandria über das goldene Zeitalter von al-Andalus und das Massaker von Granada bis hin zu den Kreuzzügen.
Wo nahm der Antisemitismus seinen Anfang? Warum konnte er sich weiterverbreiten? Warum entstand die erste große Welle antijüdischer Gewalt ausgerechnet im antiken Alexandria, als die Römer die Macht übernahmen? Wie setzte sich der Antijudaismus in den christlichen und in den muslimischen Zivilisationen fest? Wie konnte Granada nach einem 300-jährigen Goldenen Zeitalter auf der Iberischen Halbinsel zum Schauplatz eines Massakers werden, dem ersten Pogrom auf europäischem Boden? Warum kam es während der Kreuzzüge zu organisierten Judenpogromen?
Der Gang durch das erste Jahrtausend erzählt nicht nur von den Anfängen des Antisemitismus, sondern auch vom beginnenden Kampf gegen diese Anfeindungen, vom Schutz der Juden durch die Karolinger, von der Unterstützung durch die maurischen Könige in Spanien bis zum Aufruf des Abts Bernhard von Clairvaux (1090-1153), der blutigen Judenverfolgung während der Kreuzzüge ein Ende zu bereiten.
Autor und Regisseur Jonathan Hayoun ist M.A. in Politischer Kommunikation, jüdischen Wissenschaften und audiovisueller Produktion. Er war Präsident der UEJF (Union des Étudiants Juifs de France) und Regisseur des ARTE-Dokumentarfilms „Rettet Auschwitz!“ (2017).
https://www.arte.tv/de/videos/089973-00 ... ismus-1-4/
Der aktuelle Zustand ist immer das Ergebnis der vergangenen Ereignisse. Statt der Gründung Israels im Lande Palästina hätte es da schon eine Zweistaaten-Lösung geben müssen. Da können die heutigen Bewohner nichts mehr für.
Nach Gründung des Staates Israel wurden die Palästinenser nicht wirklich integriert, sondern mit einer sehr aggressiven Siedlungspolitik immer weiter zurückgedrängt. Die PLO Arafats und jetzt die Hamas sind das Ergebnis dieser israelischen Politik.
Das ist natürlich verkürzt dargestellt. Was am 07.10.2023 passiert ist, das ist und bleibt natürlich ein Terrorakt. Eine friedliche Lösung wird in Nahost inzwischen sehr immer unwahrscheinlicher. Es wird auch immer Hamas-Überlebende geben oder neue Kämpfer dazu kommen.
Eine friedliche und faire Zweistaaten-Lösung halte ich für am sinnvollsten, aber ich glaube nicht mehr, dass es sie geben wird. Die Hamas schließt sie aus, wie du richtig schreibst Und ob Israel sie noch oder bald wieder möchte?
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von erpie »

Atlan hat geschrieben: Donnerstag 16. Mai 2024, 08:08 Der aktuelle Zustand ist immer das Ergebnis der vergangenen Ereignisse. Statt der Gründung Israels im Lande Palästina hätte es da schon eine Zweistaaten-Lösung geben müssen. Da können die heutigen Bewohner nichts mehr für.
Nach Gründung des Staates Israel wurden die Palästinenser nicht wirklich integriert, sondern mit einer sehr aggressiven Siedlungspolitik immer weiter zurückgedrängt. Die PLO Arafats und jetzt die Hamas sind das Ergebnis dieser israelischen Politik.
Das ist natürlich verkürzt dargestellt. Was am 07.10.2023 passiert ist, das ist und bleibt natürlich ein Terrorakt. Eine friedliche Lösung wird in Nahost inzwischen sehr immer unwahrscheinlicher. Es wird auch immer Hamas-Überlebende geben oder neue Kämpfer dazu kommen.
Eine friedliche und faire Zweistaaten-Lösung halte ich für am sinnvollsten, aber ich glaube nicht mehr, dass es sie geben wird. Die Hamas schließt sie aus, wie du richtig schreibst Und ob Israel sie noch oder bald wieder möchte?
Das ist allerdings eine sehr sehr verkürzte Version, wenn Du Wikipedia dazu befragst dann sieht es schon differenzierter aus. Folgendes betrifft "nur" die ersten 10 Jahre des Staates Israel.
Von 1920 bis 1948 bestand das Völkerbundsmandat für Palästina, das nach der Auflösung des Osmanischen Reiches Großbritannien übertragen worden war. Eine verstärkte jüdische Einwanderung und der Aufbau protostaatlicher Strukturen führten in dieser Zeit zu ersten Konflikten mit der arabischen Bevölkerung. Der UN-Teilungsplan für Palästina von 1947 hatte das Ziel, diese beizulegen, doch wurde er von arabischer Seite abgelehnt. Dennoch erfolgte am 14. Mai 1948 die israelische Unabhängigkeitserklärung, und unmittelbar danach begann der erste Palästinakrieg durch den militärischen Angriff der arabischen Nachbarstaaten auf den jungen Staat. Die folgenden Jahrzehnte der Geschichte Israels sind vom andauernden arabisch-israelischen Konflikt entscheidend geprägt.
...
1948: Unabhängigkeitskrieg
Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Transjordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Es folgte der Israelische Unabhängigkeitskrieg (Erster Arabisch-Israelischer-Krieg), der von Mai 1948 bis Januar 1949 dauerte und der Israel gegenüber dem Teilungsplan erhebliche Gebietsgewinne – vor allem im westlichen Galiläa um Akko und im nördlichen Negev – brachte. 1949 wurde mit den arabischen Angreifern jeweils ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Der Irak zog sich ohne ein solches Abkommen aus dem Westjordanland zurück. Die nach dem Teilungsplan für die Palästinenser vorgesehenen Gebiete gelangten unter jordanische (Westjordanland einschließlich Ostjerusalem) beziehungsweise ägyptische Besatzung (Gazastreifen).

Während des Krieges flohen rund 850.000 Araber aus Palästina. Zum Teil wurden diese Flüchtlinge durch israelische Streitkräfte vertrieben, zum Teil wurden sie von den arabischen Streitkräften aus strategischen Gründen evakuiert. Infolge dieses Schwunds der arabischen Bevölkerung besteht die Mehrheit im Staat Israel seit diesem Zeitpunkt aus Juden.

Aus der ersten Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung am 25. Januar 1949 ging die sozialistisch-zionistische Mapei-Partei als Siegerin hervor, gefolgt von der linkssozialistischen Mapam. Ministerpräsident wurde David Ben-Gurion. Es kam in den folgenden Jahren zu wechselnden Koalitionen aus zionistisch-sozialistischen, religiösen und arabischen Parteien.

Nach der Nationalisierung des Sueskanals, die Ägypten gegen bestehendes Recht durchführte, beschlossen Frankreich, Großbritannien und Israel 1956 die Sues-Kampagne. Nach einem israelischen Angriff sollten die beiden ehemaligen Großmächte als scheinbar neutrale Kräfte intervenieren und das Kanalgebiet besetzen. Am 29. Oktober 1956 stießen israelische Truppen in den Gazastreifen und den Sinai vor, und am 5. November begannen die europäischen Truppen zu landen, doch die Kampagne musste beendet werden. Unter dem Druck der Vereinigten Staaten und der UNO zogen sich die drei Angreifer bis zum März 1957 aus den besetzten Gebieten zurück. Allerdings wurde die israelisch-ägyptische Grenze in der Folge durch UN-Friedenstruppen gesichert, und der Zugang zum Golf von Akaba war frei für die israelische Schifffahrt zum israelischen Hafen von Eilat. Die USA verpflichteten sich gegenüber Israel, diesen internationalen Wasserweg offen zu halten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Israel#Ge ... tes_Israel

Wie geschrieben Israel ist bestimmt nicht "unschuldig" nur sollte auch mal die Frage der "Bruderstaaten" also der arabischen Nachbarn und "Verbündeten" der Palästinenser hinterfragt werden.
Warum beklagt eigentlich keiner, dass kein arabisches Land demokratisch ist? Warum gibt es nicht wenigstens hierzulande eine große Bewegung, die auf die Straße geht, um einzufordern, was von Israel ultimativ eingefordert wird: die Einhaltung demokratischer Standards?

Und mehr noch: Warum fordert keiner von den arabischen Staaten das Maß an humanitärer Unterstützung der Menschen in Gaza, das ihrer Haltung zu den Palästinensern entspräche? Weil für sie einer an diesem Mangel an Haltung Schuld ist, sein muss: Israel. Das Land, das allein durch sein Dasein auch seinen arabischen Nachbarn ein schlechtes Gewissen macht.

An Israel werden grundsätzlich andere Maßstäbe angelegt. Und das, obwohl es die einzige, mindestens die einzig funktionierende, Demokratie in Nahost ist.
...
Nicht zu vergessen: Das „Westjordanland“ war bis 1967 von Jordanien annektiert, Gaza ägyptisch verwaltet; es gab nie ein „Palästina in Grenzen von 1967“, wie es heute gefordert wird. Doch wen schert das schon? Jedenfalls keinen von den arabischen Machthabern. Sonst würden sie zumindest den palästinensischen Frauen und Kindern in Gaza helfen. Wenigstens einer.
https://www.tagesspiegel.de/meinung/ara ... 14580.html

Das ist alles sehr komplex und eben auch nicht schwarz / weiß. Das mit der Ermordung Rabins eine Hoffnung zur "Lösung" auch ermordet wurde sollte auch bekannt sein, und ja es gibt auf beiden Seiten die lieber den Status Quo erhalten möchten, ohne Rücksicht auf humanitäres!
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von jeck3108 »

Atlan hat geschrieben: Donnerstag 16. Mai 2024, 08:08 Nach Gründung des Staates Israel wurden die Palästinenser nicht wirklich integriert, sondern mit einer sehr aggressiven Siedlungspolitik immer weiter zurückgedrängt. Die PLO Arafats und jetzt die Hamas sind das Ergebnis dieser israelischen Politik.
Das ist natürlich verkürzt dargestellt.
War vielleicht nach Gründung auch bisschen schwierig, wenn man die integrieren sollte, die einem grade noch den Hals umdrehen wollten und keine Sekunde gezögert haben, dies mit einem Angriffskrieg in die Tat umzusetzen.

In der Folge nach Stabilisierung des Staates gelang das dann sehr gut. Israelis mit palästinensischen Wurzeln sind zwar immer noch benachteiligt in Teilen, aber selbst der verbesserungswürdige Status bietet mehr, als jeder Bürger in den angrenzenden Staaten genießen kann. Von dem, wie dort Palästinser behandelt werden, gar nicht zu reden.
Und einer aggressiven Siedlungspolitik unterliegen die auch nicht, denn die gibt es nicht innerhalb der Staatsgrenzen.

In den in der Folge weiterer Angriffskriege als Puffer besetzten Gebieten sieht das natürlich anders aus. Aber da hat man eben über Jahre jede Gelegenheit ausgeschlagen, weil man jede Eigenkritik verweigert und sich in der unschuldigen Opferrolle suhlt und völlig ausblendet, wie es dazu kam, das es besetzte Gebiete gibt und als Teil der Aggressiven, die es immer wieder versucht haben und immer zum Glück verloren haben, auf Maximalforderungen besteht, die Kompromissen im Wege standen und statt dessen weiter permanent auf Terror setzt, diese Maximalforderungen zu erreichen.

Das dann irgendwann eben Schluss ist und die Kompromissbereitschaft in den Wahlen in Israel keine Mehrheiten mehr findet, macht zwar eine friedliche Zukunft noch unwahrscheinlicher, aber so ist es eben, so was kommt von so was.
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Re: Neuer Krieg im Nahost mit Flächenbrandgefar

Beitrag von jeck3108 »

Amitaener hat geschrieben: Mittwoch 15. Mai 2024, 23:21 War nicht anders zu erwarten, dass auch hier irgendwann die Relativiererei einsetzt. War schon zu Opas Zeiten so: ohne die Raffgier der Juden kein KZ.
Natürlich, der eine früher, der andere später erinnert sich dann wieder ans Welt-Judentum, war genau so zu erwarten, nur ne Frage der Zeit.