Deppenwelt

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Amitaener
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Re: Deppenwelt: Die Tauhid-Geste

Beitrag von Amitaener »

Depp72 hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 10:50
Bild hat geschrieben:Riesen-Aufregung um eine Geste von Nationalspieler Antonio Rüdiger (31), die jetzt sogar zu zwei Anzeigen führte!

Der Reihe nach:

Am 11. März postete der gläubige Muslim ein Foto von sich: im weißen Gewand auf einem Gebetsteppich. Den Zeigefinger seiner rechten Hand in den Himmel weisend. Mit einem Gruß zu Ramadan: „Möge der Allmächtige unser Fasten und unsere Gebete annehmen.“
https://m.bild.de/sport/fussball/fussba ... obile.html


https://www.dw.com/de/der-ausgestreckte ... a-37025860
Ambivalent?
Nicht mit uns:

Rechtswichser, linkshändig
https://th.bing.com/th?id=OIF.gw%2fp5U4 ... ImgDetMain
Fanatiker, beidhändig
https://ais.badische-zeitung.de/piece/0 ... -h-720.jpg
Stoppelhopser, übt noch
https://ais-akamai.rtl.de/masters/16891 ... amthor.jpg


Ambivalenz, raffiniert, Werbung für Parallelgesellschaften:
https://nichefacts.com/wp-content/uploa ... adidas.png
Buli
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Depp72
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Re: Deppenwelt: Die Tauhid-Geste

Beitrag von Depp72 »

Da haste dir ja richtig Arbeit bei der Recherche gemacht, um den Finger in die Wunde zu legen.
Amitaener hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 11:57 Fanatiker, beidhändig
https://ais.badische-zeitung.de/piece/0 ... -h-720.jpg
Auch konservativer Doppel-Wumms genannt.
:birdiedoublegreen:

Amitaener hat geschrieben: Dienstag 26. März 2024, 11:57 Ambivalenz, raffiniert, Werbung für Parallelgesellschaften:
https://nichefacts.com/wp-content/uploa ... adidas.png
Die sind ja bekanntlich französisch. Und Frankreich hat Parallelgesellschaften, da sind die in Deutschland Kindergeburtstag. Mal schaun, was dort bis Ostern passiert. Sind bereits oft genug Opfer umfangreicher Terroranschläge geworden. Insofern würde ich die Terrorwarnung dort sehr enst nehmen. Immerhin ist das Spiel von Noch-Herzogenaurach dort schon vorbei.
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Deppenwelt: Gestern Fußballstar, heute Arschloch

Beitrag von Depp72 »

Bild hat geschrieben:Beschämende Worte eines einstigen Weltklasse-Fußballers.

Während seiner aktiven Laufbahn galt Jose Luis Chilavert (58) als einer der besten Keeper des Planeten. 1995, 1997 und 1998 wurde der Paraguayer zum Welttorhüter des Jahres gewählt.
[...]

Nun schockt er mit einem weiteren skandalösen Statement. Auf „X“ (vormals Twitter) beschimpft Chilavert Brasilien-Superstar Vinicius (23).

Der Flügelstürmer von Real Madrid hatte vor dem Länderspiel gegen Spanien (Dienstag, 21.30 Uhr) auf der Pressekonferenz am Montag über rassistische Anfeindungen gesprochen. Vinicius: „Ich will nur Fußball spielen. Ich verliere mehr und mehr die Lust am Spielen.“ Anschließend brach der Angreifer in Tränen aus. Für Chilavert wohl ein Zeichen von Schwäche. Und offenbar auch Grund genug, Vinicius mit einem homophoben Schimpfwort zu beleidigen.

Er postet dazu: „Brot und Zirkus, er ist der Erste, der seine Gegner beleidigt und angreift. Sei keine Schwuchtel, Fußball ist etwas für Männer.“
Kwelle & mehr: https://m.bild.de/sport/fussball/fussba ... obile.html
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Depp72
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Deppenwelt: Karl Marx

Beitrag von Depp72 »

Ecki, falls Du dem Karle mal begegnen möchtest:

https://m.youtube.com/watch?v=RdRZhXDtm ... Y3JlZWQ%3D

:mrgreen:
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erpie
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Re: Deppenwelt

Beitrag von erpie »

Mit fast 70 Jahren erfahren Richard Beauvais und Edward Ambrose, dass ihre Eltern mit dem falschen Baby nach Hause geschickt wurden. Über einen Fall, der nicht nur Kanada bewegt - und zwei Leben für immer verändert hat.
Es war ein harmloses Weihnachtsgeschenk, das vor drei Jahren das Leben beider Männer veränderte, ein einfacher DNA-Test, Ahnenforschung für Anfänger. Richard Beauvais war aufgewachsen als vermeintlicher Sohn eines französischen Vaters und einer Cree-Mutter. Die indigenen Wurzeln hatten, wie er verschiedenen Medien erzählte, sein Leben geprägt, seine Identität. Sein Vater starb, als er drei war, seiner Mutter wurde er gewaltsam entrissen, als Kanada indigene Kinder im Zuge einer aggressiven Assimilierungspolitik in Heime steckte oder zu weißen Adoptiveltern verschleppte. Später war Beauvais stolz darauf, das einzige vollständig indigen bemannte Fischerboot an der Küste von British Columbia zu betreiben. Und dann? Zeigte dieser verdammte Test keine Spur der erwarteten Cree-Herkunft an. Stattdessen: eine aschkenasisch-jüdische, polnische und ukrainische Abstammung.

Es muss in etwa zur gleichen Zeit gewesen sein, dass Tausende Kilometer entfernt in Winnipeg, der Hauptstadt von Manitoba, eine Frau polnisch-ukrainischer Herkunft einen ähnlichen Test vornahm. Und feststellte, dass sie mit ihrem vermeintlichen Bruder nicht verwandt war: Edward Ambrose, geboren am selben Tag und im selben Krankenhaus wie Beauvais. Und in Wahrheit Kind einer Mutter aus dem Stamm der Cree.

Ambrose wuchs, wie sein Anwalt der BBC erzählte, in einer "sehr liebevollen und fürsorglichen Familie" auf, die ihn mit ukrainischen Volksliedern in den Schlaf wog. Seine Eltern starben, als er noch jung war. Pflegeeltern nahmen ihn auf. Sowohl Ambrose als auch Beauvais sagen heute, dass sie in ihren Adoptivfamilien Liebe und Glück erfahren haben.

Beide müssen nun aber lernen, mit dem Schmerz umzugehen, ihre biologischen Eltern nie kennengelernt zu haben. Dem Schmerz, nicht der zu sein, für den sie sich gehalten haben. "Ich komme aus einer Zeit, als es schändlich war, indianisch zu sein", hat Richard Beauvais vor einem Jahr dem Sender CBS erzählt. Jetzt habe er das Gefühl, etwas verloren zu haben. "Wenn du so hart dafür kämpfst, jemand zu sein, und dann auf einmal nicht dieser Jemand bist - das wirft dich zurück." Weltbild und Selbstbild müssen jetzt erst mal neu in Einklang gebracht werden.

Beauvais und Ambrose sind laut BBC schon der dritte bekannt gewordene Fall einer Babyverwechslung in Manitoba. Der Anwalt der Männer glaubt, dass noch weitere auftauchen dürften, wenn die Hobby-Ahnenforschung noch beliebter als ohnehin schon wird. Für Beauvais und Ambrose hofft er jetzt auf eine Entschädigung, eine Kompensation, ein Schmerzensgeld. Wie auch immer man das nennen will, wenn eine Wiedergutmachung nicht mehr möglich ist.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/ka ... -1.6491401
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Re: Deppenwelt

Beitrag von erpie »

Ohne Worte:
Amnesty International zeigt sich schockiert: Saudi-Arabien übernimmt Vorsitz in UN-Kommission zur Frauenförderung
Das Foto zum Artikel:
Bild
https://www.tagesspiegel.de/internation ... 37160.html
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Re: Deppenwelt

Beitrag von rauschberg »

Und noch ein Nachklapp zur Tauhid-Geste

https://twitter.com/JuergenZimmerer/sta ... 3079434514
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Depp72
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Deppenwelt: Robinson Crusoe

Beitrag von Depp72 »

Travelbook hat geschrieben:Die Insel, auf der der „echte“ Robinson Crusoe lebte

Die wenigsten wissen, dass der weltberühmte Abenteuer-Roman „Robinson Crusoe“ zumindest in Teilen auf einer wahren Geschichte basiert. Sogar eine chilenische Insel ist nach dem Abenteurer benannt. TRAVELBOOK erzählt ihre bewegte Geschichte.
[...]

Zwischen Fakten und Fiktion

Zurück in London wurden Selkirk und seine Geschichte schnell eine kleine Sensation, die in den Salons der feinen Gesellschaft wie ein Lauffeuer die Runde machte – und so kam sie dann vermutlich auch dem Autor Defoe zu Ohren, der sie zu seinem Weltbestseller verarbeitete. Dabei nahm er sich allerdings sehr viele stilistische Freiheiten, wie „National Geographic“ rekonstruiert hat. So verlegte er unter anderem die Geschichte auf eine Karibik-Insel und gab seinem Robinson den Begleiter Freitag an die Seite – Selkirk selbst aber hatte ganz allein gelebt.

Literatur-Wissenschaftler glauben daher mittlerweile, dass Selkirk doch nicht das literarische Vorbild für Robinson Crusoe gewesen sein könnte, bzw. zumindest nicht er allein. „National Geographic“ nennt an dieser Stelle als andere mögliche Inspiration den Seemann Robert Knox, der 20 Jahre auf Sri Lanka gefangen gehalten worden war – in dem Buch lebt Robinson Crusoe 28 Jahre allein auf der Insel. Wie dem auch immer sei, 1966 änderte die chilenische Regierung den Namen der Insel, auf der Selkirk einst viereinhalb Jahre lebte, von Màs a Tierra in Isla Robinson Crusoe. Böse Zungen behaupten, dass dies hauptsächlich der Befeuerung des Tourismus gedient habe.

Liegt auf der Insel Robinson Crusoe ein gewaltiger Schatz vergraben?

Heute leben auf der Insel noch etwa 800 Menschen. Hauptsächlich bestreiten sie ihren Lebensunterhalt mit Fischfang und Tourismus, wie „BBC“ berichtet. Mehrmals die Woche wird die Isla Robinson Crusoe vom chilenischen Festland, von dem sie 700 Kilometer entfernt ist, angeflogen. Es gibt eine einfache Landebahn. Eine tragische Parallele gibt es dennoch zwischen dem Buch und der Realität: Der fiktive Robinson Crusoe erlebt auf „seiner“ Karibik-Insel ein Erdbeben und einen anschließenden Tsunami. Genau das Gleiche ereignete sich 2010 auf der Isla Robinson Crusoe. 16 Menschen verloren damals ihr Leben.

Doch nicht nur als vermeintliche Roman-Vorlage fasziniert die Insel bis heute Menschen auf der ganzen Welt: Hier soll ein gewaltiger Piraten-Schatz vergraben liegen, laut dem „Guardian“ bis zu zehn Milliarden Dollar wert. Unter den Preziosen soll sich unter anderem auch eine Halskette der Frau des legendären Inka-Königs Atahualpa befinden. Zudem 800 Fässer mit Gold- und Silbermünzen, erbeutet und versteckt von dem spanischen Freibeuter Esteban Ubillo y Echeverría.
Kwelle & mehr: https://www.travelbook.de/orte/insel-robinson-crusoe
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Depp72
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Deppenwelt: Der Staat gegen Fritz Bauer

Beitrag von Depp72 »

Ein Film aus dem Jahr 2015, der schon lange auf meiner Liste stand. Gestern endlich mit Freunden gesehen. Wir waren sehr angetan. Die grundsätzliche Geschichte kannte ich vom Lesen her. Der Film schafft es dem Ganzen eine weitere Dimension des Fühlens hinzuzufügen. Schöne Zwischenüberschrift in der FAZ-Rezension zum Film: ''Jüdisch, schwul – und nicht am Vergessen interessiert''.

Wikipedia hat geschrieben:Im Mittelpunkt des weitgehend auf historischen Fakten beruhenden Politdramas steht der Kampf des Frankfurter Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, mit Adolf Eichmann einen der weltweit meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher aufzuspüren, festzunehmen und vor ein deutsches Gericht zu stellen. Der Film zeigt auch die behördlichen und gesellschaftlichen Widerstände, auf die Bauer im Deutschland der späten 1950er Jahre stößt. Thematisiert wird außerdem die seinerzeit strafbare Homosexualität, zu der Bauer sich indirekt bekennt gegenüber seinem engsten Mitstreiter, dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann.
Kwelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Staat ... ritz_Bauer

Dem Film gelingt eine gelungene Vermischung von Fakten und Realität. Verbunden mit sehr guten Schauspielerleistungen. Das Ganze zudem ohne erhobenen Zeigefinger. Das Spinnennetz von Feinden um Fritz Bauer, Sozialdemokrat und ehemaliges Reichsbanner-Mitglied, die ihn zu Fall bringen wollen, ist eng. Denn der Jude, der zudem auch noch als schwul gilt*, ''schnüffelt'' zu viel in der Vergangenheit rum - wo andere wegsehen. Und muss daher weg. Damit sich die alten Nazi-Seilschaften in der Bundesrepublik nicht doch noch justiziell verantworten müssen und ihren neuen Wohlstand zusammen mit dem Nazi-Parteivolk in der Bundesrepublik geniessen können: Buttercremetorte, wie der Ecki zu sagen pflegt. Die neue bundesdeutsche Harmonie. Durch einen Zufall auf die gutsituierte Seite der Sieger gefallen. Und von denen aufgrund des neuen geoplitischen Konflikts nicht nur durchgefüttert, wie man es sonst möglichst kostengünstig macht, sondern zu Wohlstand aufgepäppelt. Wenn der Magen nicht knurrt, das Haus heile ist und man sogar nach Spanien fahren kann - na gut, dann kann der Deutsche auch ohne seinen Adolf auskommen. Der hat schließlich beim Siegen versagt, so etwas wiegt schwer (Ein Mann, ein Wort) und war eh für alles verantwortlich. Zusammen mit vielleicht 10 anderen drumherum. Elf Freunde müsst ihr sein.

Siehe auch ergänzend:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... ageIndex_2
* https://taz.de/Diskussion-um-Film-ueber ... /!5236698/

Zeit hat geschrieben:Mord verjährt nicht. Auch die deutsche Vergangenheit nicht. Warum es 70 Jahre dauern kann, bis ehemalige SS-Männer wie Oskar Gröning vor Gericht gestellt und verurteilt werden, mag juristische Gründe haben, nachvollziehbar ist es dennoch nur schwer. Dass die deutsche Justiz ab den späten fünfziger Jahren überhaupt – widerwillig – ihrer Pflicht nachkam und halbherzig begann, die Täter zu verfolgen, ist dem Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu verdanken. Einem Mann, der heute nicht sehr berühmt ist, obwohl ihn jedes Schulkind kennen sollte. Der großartige Spielfilm Der Staat gegen Fritz Bauer macht ihn zu seinem Helden.

Der Film zeigt, wie scheinbar unzerstörbar die Mauer des Schweigens war, die zehn Jahre nach Kriegsende die Täter schützte. Er hilft dabei, zu verstehen, warum noch heute Prozesse gegen Greise geführt werden müssen.
Kwelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2015-09 ... ettansicht

taz hat geschrieben:Der einsame Nazijäger

Dokumente voller Verzweiflung und Hoffnung im Kampf gegen Altnazis: der Briefwechsel zwischen Staatsanwalt Fritz Bauer und Thomas Harlan.
[...]

Nun ist eine von Werner Renz annotierte, mustergültige Edition von Fritz Bauers Briefen an Thomas Harlan unter dem Titel „Von Gott und der Welt verlassen“ (so Bauer über sich selbst) erschienen. Der Titel trifft die komplexe Persönlichkeit Bauers, der wenigen vertraute, mit wenigen befreundet war und mit seiner Haushälterin ein einsames Privatleben führte.

Als er 1936 wegen seiner jüdischen Herkunft ins Exil musste, ging er eine Scheinehe mit einer Dänin ein. Starke Indizien sprechen für Bauers Homosexualität, aber er tat – aus guten Gründen im bigotten Adenauer-Staat – alles, um dies zu verbergen. Bauer widmete sich ganz seiner Arbeit, ja seiner rechtspolitischen Mission – dem Kampf gegen die nicht einmal halbherzige juristische Aufklärung der Naziverbrechen, worauf sich die grandiose Arbeit von Wojak konzentriert.

Die arbeitsteilig durchgeführten Massenmorde mussten den Tätern einzeln nachgewiesen werden, was mangels Überlebenden, Zeugen und Akten schwer war. Bauer empfand die höchstrichterlich verordnete „Atomisierung des Gewaltgeschehens“ als „Korsett“ und seinem Ziel einer „neuen Pädagogik der Menschlichkeit“ und des „sozialistischen Idealismus“ entgegengesetzt. Seine Hoffnungen setzte er auf die Generation junger Deutscher.

1960 lernte er in Thomas Harlan (1929–2010) einen solchen Deutschen kennen. Thomas Harlan war der Sohn von Veit Harlan (1899–1964), der u. a. den Nazifilm „Jud Süß“ (1940) gedreht hatte. Der Sohn distanzierte sich vom Vater und begann eine private Jagd auf ehemalige Nazis in der BRD. Harlan stellte 2.000 Strafanzeigen und recherchierte auf eigene Faust in polnischen Archiven, bis er auf polnische Nazikollaborateure stieß und prompt verhaftet wurde.
Kwelle: https://taz.de/Briefe-von-Fritz-Bauer/!5248093/


Wer ihn noch nicht gesehen hat, dem kann ich den Film nur ans Herz legen. Großartig gespielt. Und ein sonst vielleicht trockenes Stück Geschichte zwischen zwei Aktendeckeln wird lebendiger. Insbesondere, weil die Fiktion die Realität wunderbar abholt und so aus beiden Teilen etwas größeres Ganzes wird.

Wir haben ihn ganz altmodisch als DVD bestellt. Gibt allerdings vermutlich auch andere Möglichkeiten. Vor einigen Jahren lief der Film auf Arte, blieb aber leider nur kurz in der Mediathek.

Wir Deutschen haben Fritz Bauer viel zu verdanken.
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Amitaener
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Re: Deppenwelt: Der Staat gegen Fritz Bauer

Beitrag von Amitaener »

Depp72 hat geschrieben: Freitag 29. März 2024, 20:07 Ein Film aus dem Jahr 2015, der schon lange auf meiner Liste stand. Gestern endlich mit Freunden gesehen. Wir waren sehr angetan. Die grundsätzliche Geschichte kannte ich vom Lesen her. Der Film schafft es dem Ganzen eine weitere Dimension des Fühlens hinzuzufügen. Schöne Zwischenüberschrift in der FAZ-Rezension zum Film: ''Jüdisch, schwul – und nicht am Vergessen interessiert''.

Wikipedia hat geschrieben:Im Mittelpunkt des weitgehend auf historischen Fakten beruhenden Politdramas steht der Kampf des Frankfurter Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, mit Adolf Eichmann einen der weltweit meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher aufzuspüren, festzunehmen und vor ein deutsches Gericht zu stellen. Der Film zeigt auch die behördlichen und gesellschaftlichen Widerstände, auf die Bauer im Deutschland der späten 1950er Jahre stößt. Thematisiert wird außerdem die seinerzeit strafbare Homosexualität, zu der Bauer sich indirekt bekennt gegenüber seinem engsten Mitstreiter, dem jungen Staatsanwalt Karl Angermann.
Kwelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Staat ... ritz_Bauer

Dem Film gelingt eine gelungene Vermischung von Fakten und Realität. Verbunden mit sehr guten Schauspielerleistungen. Das Ganze zudem ohne erhobenen Zeigefinger. Das Spinnennetz von Feinden um Fritz Bauer, Sozialdemokrat und ehemaliges Reichsbanner-Mitglied, die ihn zu Fall bringen wollen, ist eng. Denn der Jude, der zudem auch noch als schwul gilt*, ''schnüffelt'' zu viel in der Vergangenheit rum - wo andere wegsehen. Und muss daher weg. Damit sich die alten Nazi-Seilschaften in der Bundesrepublik nicht doch noch justiziell verantworten müssen und ihren neuen Wohlstand zusammen mit dem Nazi-Parteivolk in der Bundesrepublik geniessen können: Buttercremetorte, wie der Ecki zu sagen pflegt. Die neue bundesdeutsche Harmonie. Durch einen Zufall auf die gutsituierte Seite der Sieger gefallen. Und von denen aufgrund des neuen geoplitischen Konflikts nicht nur durchgefüttert, wie man es sonst möglichst kostengünstig macht, sondern zu Wohlstand aufgepäppelt. Wenn der Magen nicht knurrt, das Haus heile ist und man sogar nach Spanien fahren kann - na gut, dann kann der Deutsche auch ohne seinen Adolf auskommen. Der hat schließlich beim Siegen versagt, so etwas wiegt schwer (Ein Mann, ein Wort) und war eh für alles verantwortlich. Zusammen mit vielleicht 10 anderen drumherum. Elf Freunde müsst ihr sein.

Siehe auch ergänzend:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ ... ageIndex_2
* https://taz.de/Diskussion-um-Film-ueber ... /!5236698/

Zeit hat geschrieben:Mord verjährt nicht. Auch die deutsche Vergangenheit nicht. Warum es 70 Jahre dauern kann, bis ehemalige SS-Männer wie Oskar Gröning vor Gericht gestellt und verurteilt werden, mag juristische Gründe haben, nachvollziehbar ist es dennoch nur schwer. Dass die deutsche Justiz ab den späten fünfziger Jahren überhaupt – widerwillig – ihrer Pflicht nachkam und halbherzig begann, die Täter zu verfolgen, ist dem Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu verdanken. Einem Mann, der heute nicht sehr berühmt ist, obwohl ihn jedes Schulkind kennen sollte. Der großartige Spielfilm Der Staat gegen Fritz Bauer macht ihn zu seinem Helden.

Der Film zeigt, wie scheinbar unzerstörbar die Mauer des Schweigens war, die zehn Jahre nach Kriegsende die Täter schützte. Er hilft dabei, zu verstehen, warum noch heute Prozesse gegen Greise geführt werden müssen.
Kwelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2015-09 ... ettansicht

taz hat geschrieben:Der einsame Nazijäger

Dokumente voller Verzweiflung und Hoffnung im Kampf gegen Altnazis: der Briefwechsel zwischen Staatsanwalt Fritz Bauer und Thomas Harlan.
[...]

Nun ist eine von Werner Renz annotierte, mustergültige Edition von Fritz Bauers Briefen an Thomas Harlan unter dem Titel „Von Gott und der Welt verlassen“ (so Bauer über sich selbst) erschienen. Der Titel trifft die komplexe Persönlichkeit Bauers, der wenigen vertraute, mit wenigen befreundet war und mit seiner Haushälterin ein einsames Privatleben führte.

Als er 1936 wegen seiner jüdischen Herkunft ins Exil musste, ging er eine Scheinehe mit einer Dänin ein. Starke Indizien sprechen für Bauers Homosexualität, aber er tat – aus guten Gründen im bigotten Adenauer-Staat – alles, um dies zu verbergen. Bauer widmete sich ganz seiner Arbeit, ja seiner rechtspolitischen Mission – dem Kampf gegen die nicht einmal halbherzige juristische Aufklärung der Naziverbrechen, worauf sich die grandiose Arbeit von Wojak konzentriert.

Die arbeitsteilig durchgeführten Massenmorde mussten den Tätern einzeln nachgewiesen werden, was mangels Überlebenden, Zeugen und Akten schwer war. Bauer empfand die höchstrichterlich verordnete „Atomisierung des Gewaltgeschehens“ als „Korsett“ und seinem Ziel einer „neuen Pädagogik der Menschlichkeit“ und des „sozialistischen Idealismus“ entgegengesetzt. Seine Hoffnungen setzte er auf die Generation junger Deutscher.

1960 lernte er in Thomas Harlan (1929–2010) einen solchen Deutschen kennen. Thomas Harlan war der Sohn von Veit Harlan (1899–1964), der u. a. den Nazifilm „Jud Süß“ (1940) gedreht hatte. Der Sohn distanzierte sich vom Vater und begann eine private Jagd auf ehemalige Nazis in der BRD. Harlan stellte 2.000 Strafanzeigen und recherchierte auf eigene Faust in polnischen Archiven, bis er auf polnische Nazikollaborateure stieß und prompt verhaftet wurde.
Kwelle: https://taz.de/Briefe-von-Fritz-Bauer/!5248093/


Wer ihn noch nicht gesehen hat, dem kann ich den Film nur ans Herz legen. Großartig gespielt. Und ein sonst vielleicht trockenes Stück Geschichte zwischen zwei Aktendeckeln wird lebendiger. Insbesondere, weil die Fiktion die Realität wunderbar abholt und so aus beiden Teilen etwas größeres Ganzes wird.

Wir haben ihn ganz altmodisch als DVD bestellt. Gibt allerdings vermutlich auch andere Möglichkeiten. Vor einigen Jahren lief der Film auf Arte, blieb aber leider nur kurz in der Mediathek.

Wir Deutschen haben Fritz Bauer viel zu verdanken.
Oberstaatsanwalt Kuhlbrodt hat ihn auch gesehen. Mit etwas anderen Augen.
https://cms.konkret-magazin.de/start/sp ... bauer.html
Buli
Zentner (Batz, Rieß) -Grimaldo, Juranovic, Wöber, Tah (Paqarada, Finkgräfe) - Hofmann, Sabitzer, Millot, Palacios (Ngoumou, Puerta) - Undav, Schick (Adli)
2. Liga
Drewes - Kleine-Bekel, Köhn, Rothe (Brown, Gavory, Cisse) - Lemperle, Hartel, Holtby, Tzolis, Nebel (Quedraogo) - Atik, Saad (Afolayan, Kozuki)
3. Liga
Gebhardt - Kölle, Zeitz, Faber, Oppie (Ehlich, Sechelmann) - Marseiler, Kerber, Kankam Kyerewaa, Kopacz, Burcu (Civeja, Shipnoski, Westermeier) - Scienza (Otto, Becker, Beleme, Bamba)
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Re: Deppenwelt: Der Staat gegen Fritz Bauer

Beitrag von Depp72 »

Amitaener hat geschrieben: Freitag 29. März 2024, 23:26 Oberstaatsanwalt Kuhlbrodt hat ihn auch gesehen. Mit etwas anderen Augen.
https://cms.konkret-magazin.de/start/sp ... bauer.html
Sein gutes Recht. Und in einem funktionierendem Rechtsstaat darf er das sogar ganz ohne Gefahr äußern.
Oberstaatsanwalt Kuhlbrodt hat geschrieben:Wem das alles egal ist, Geschichtsstunde hin, Geschichtsstunde her, der wird den Film toll finden, supergut gespielt, voll glaubwürdig, so richtig zu Herzen gehend. Klaussner/Bauer ist unser Mann! Oder?
Weder mein Mann, noch mein Held, aber - obacht (!) - standfest: Haha*lol*prima. Mir ist nicht alles egal, ich kannte den geschichtlichen Hintergrund und fand den Film trotzdem toll. Wie soll man das jetzt einordnen? Konkret entnazifiziert oder unzuverlässiger Zeitgenosse [sic!]?
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Deppenwelt: Neues DFB-Trikot

Beitrag von Depp72 »

Aus der Welt der ''Niedertracht'':
Bild hat geschrieben:Erst die Nazis machten Rosa zur Schwulen-Farbe
[...]

Der ein oder andere mag sich an die Schmähungen gegen Tim Wiese erinnern, als der Torwart 2005 bei Werder Bremen reüssierte. Im pinkfarbenen Trikot. Nicht seine Entscheidung, weshalb er dies auch entsprechend kommentierte: „Sehr gewöhnungsbedürftig, aber die Jugend trägt heute wohl solche Farben.“

Und da liegt der Hase im Pfeffer. „Geschichtsvergessenheit“ hätten Klügere dem Torwart attestiert. Denn Rosa war jahrhundertelang die Farbe der Männer. Noch im 18. Jahrhundert stolzierten Männer der Adelsschicht im „kleinen Rot“ durch die Salons. Sie wählten damit eine elegante Unterform des klassischen Rot, das als Zeichen und Signalfarbe selbst im Krieg („britische Rotröcke“) Mut und Männlichkeit zeigte.

Dass Rosa für Männer aus der Mode kam, hat mit der perfiden Zuschreibung der Nationalsozialisten zu tun. Diese wählten den rosa Winkel – ein auf dem Kopf stehendes rosafarbenes Dreieck – als Kennzeichen für Männer, die wegen Homosexualität im Konzentrationslager interniert waren.

Eine Schandtat der Nazis, wie sie in den braunen Jahren Deutschlands gängig war. Denn ursprünglich war nicht Rosa die Farbe der Homosexualität, sondern Violett. Der Grund dafür bestand in der Vorstellung vom „dritten Geschlecht“. Da einst Blau den Frauen – speziell der Jungfrau Maria als Mittlerin zwischen Himmel und Erde – zugeschrieben wurde, erkoren Homosexuelle die Mischung aus männlichem Rot und weiblichem Blau als Farbe ihrer Wahl. Wenn heute also jemand über die ach so weiblichen, weil rosafarbenen Trikots der deutschen Nationalmannschaft höhnt, zeugt das nur von einem: Unwissenheit.
https://www.bild.de/ratgeber/2024/ratge ... .bild.html

Mal ganz ab von Mode, Mut und Männlichkeit: Hauptsache, das Runde ist im Eckigen.
Wobei ich Schmähungen gegen Tim Wiese an sich völlig verdienstvoll finde.
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Re: Deppenwelt: Neues DFB-Trikot

Beitrag von jeck3108 »

Depp72 hat geschrieben: Sonntag 31. März 2024, 00:42 Aus der Welt der ''Niedertracht'':

...
Das ist der zivilisatorische Tiefpunkt, Geschichtsunterricht mit der Bild...

und da es ja immer noch nen tieferen Tiefpunkt gibt: wie wäre es mit dem Backrezept aus der Beef?
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erpie
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Re: Deppenwelt

Beitrag von erpie »

Interessant ...
Wie sehr muss man Waschbären hassen, um auf die Idee zu kommen, aus ihnen Wurst zu machen? „Gar nicht“, sagt Michael Reiß. Auch er findet die Tiere niedlich. Aber Sentimentalitäten sind nicht sein Ding. Reiß, kräftige Statur, klare Ansagen, ist Jäger, und seine Reviere im Jerichower Land liegen am Wasser.

Das ist ein Problem. Denn die Waschbären räumen die Nester von Kranichen und Gänsen aus, töten die Küken und lauern Kröten an den Krötenzäunen auf. Reiß will das nicht mehr hinnehmen. „Ich bin Tierschützer“, sagt er, er will die anderen Tiere vor dem Waschbären schützen. Deshalb stellt er Fallen auf, fängt die Waschbären und tötet sie.

Wie schmeckt Waschbär?

Neun Tiere verarbeitet er in der Woche. Die kleinen Kadaver hängen an Fleischerhaken von der Decke, das Fell ist abgezogen. Die Waschbären erinnern an Kaninchen, sie schmecken auch ähnlich, allerdings strenger, man spürt das Wild durch.
Zweimal war der Waschbärenmetzger schon auf der Grünen Woche in Berlin, ein Erfolg, sagt er. Inzwischen ist Reiß eine kleine mediale Berühmtheit, auch Fernsehteams schauen vorbei. Wer bei ihm einkaufen will, musste bis vor kurzem in seinen kleinen, selbst gebauten Hofladen kommen. Inzwischen kann man auch online bestellen.https://wildererhuette-shop.de/waschbaerprodukte.html
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 95109.html
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
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Deppenwelt: 20.000 Elefanten für Deutschland?

Beitrag von Depp72 »

Botswana und Namibia sind aktuell nicht gut auf die Grünen zu sprechen. Interkulturelle Dissonanzen.
Bild hat geschrieben:Überraschendes Angebot aus Afrika. Botswana will 20 000 Elefanten als Schenkung an Deutschland abgeben! Grund? Diplomatische Verstimmung, ausgelöst von unseren Grünen!

Denn die wollen Jägern die Einfuhr ihrer Trophäen aus Afrika verbieten. Dagegen läuft Botswana Sturm. Es leide „nach Jahrzehnten“ erfolgreichen Artenschutzes unter einer Elefantenplage („Überpopulation“), sieht die Tiere als „Ressource“, kontrollierte Jagd als „nachhaltige Nutzung“. Davon wolle Umweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) nichts hören, klagen die Afrikaner, wittern „rassistische Tendenzen“.

Präsident Mokgweetsi Masisi (61) hat die Faxen dicke. Wenn die Grünen alles besser wissen, sollen sie und Lemke zeigen, wie man ohne Jagd mit Elefanten zusammenlebt, meint er. Angebot: „20 000 wilde Elefanten für Deutschland. Das ist kein Scherz“, so Masisi zu BILD.

So eine Abschiebung sei nicht ungewöhnlich, beteuert der Präsident! Botswana (hat inzwischen mehr als 130 000 Elefanten, pro Jahr plus 6000) habe bereits 8000 aus dem grenzübergreifenden Kavango-Sambesi-Schutzgebiet an Angola verschenkt, Mosambik müsse sein Kontingent noch abholen. „Und genauso möchten wir ein solches Angebot hiermit der Bundesrepublik Deutschland machen. Wir akzeptieren kein Nein.“

Masisi freut sich auf Entlastung („Könnt sehen, was ihr an ihnen habt“). Ihm sei es „todernst“ mit dem Geschenk. Es sei auch ernst, wie in seinem Land Menschen von Elefanten totgetrampelt („furchtbarer Anblick“), Ernten vernichtet, Dörfer verwüstet würden. Jagd sei Mittel, den Bestand zu steuern. Botswana stelle 40 Prozent Landesfläche für Wildtiere bereit. Genug, findet Masisi. Lemke und die Grünen hätten die Tiere „nicht in ihrem Hinterhof“. Das könne er ändern!
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html
Bild hat geschrieben:Wie kommen wir Deutschen jetzt an die 20 000 Elefanten aus Botswana?
[...]

„Das geht“, erklärt Maxi Louis (54) vom Naturschutzgebiet- und Hegeverband NACSO in Namibia über das Ausfliegen von Großwild per Flugzeug. Gleichwohl: „20.000 Elefanten haben auch wir bis jetzt nicht transportiert. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass gerade ein Land wie Deutschland diesen Elefantentransport erfolgreich ausführen kann.“
[...]

Maxi Louis vom Hegeverband rät: „Der beste Ort, die Elefanten an Frau Lemke zu übergeben, ist auf freiem Farmland außerhalb von Berlin, wo Getreidebauern sind. Die Elefanten haben dann gleich was zu fressen.“ Vor einer Übergabe direkt in Berlin könne sie nur warnen. Louis: „Wir möchten nicht, dass bei euch Menschen umkommen. Aber wir werden euch nicht sagen, was ihr mit eurem Geschenk zu tun habt. Es sind ja dann eure Elefanten.“

Und wie viel Platz brauchen die Tiere zum Leben? Fabrizio Sepe (54, Chef Serengeti-Park Hodenhagen): „Ein Areal, das mindestens so groß ist wie Brandenburg.“ Außerdem brauchen die Tiere zum Überleben ein Winterquartier, also Ställe.
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html
Bild hat geschrieben:Riesen-Afrika-Ärger für die Grünen. Namibia erhebt schwere Vorwürfe gegen Umweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) und ihre Partei. Grund: Lemke will die Einfuhr von Jagdtrophäen beschränken und möglichst teils ganz verbieten. Der Grünen-Plan macht die Afrikaner fassungslos. Sie zürnen: „neokolonial“, wittern gar Rassismus! Es drohe massenhafter Tod von Wildtieren.

► Namibias Umweltminister Pohamba Shifeta (55, Swapo) hat Lemke einen Protestbrief geschrieben (liegt BILD vor), verweist darauf, die Trophäenjagd finde streng nach international anerkannten Standards statt, sei wichtiger Teil der Erhaltungsstrategie der Wildtierbestände (etwa Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden, Zebras).
[...]

Shifeta zu BILD: „Wenn Deutschland uns die Trophäenjagd unmöglich machen will, ist das eine gesetzeswidrige, neokoloniale Einmischung, die der internationalen Rechtslage zuwiderläuft. Wir können uns eigentlich nicht vorstellen, dass Deutschland uns das antut. Unsere Länder sind ja Freunde. Wer Tiere schützen will, muss kontrollierte Jagd erlauben.“

Die Namibier hätten die Wildbestände seit der Unabhängigkeit 1990 deutlich gesteigert. Diese Erfolge drohten durch den Grünen-Plan zunichtegemacht zu werden. Grund: Die Tiere hätten dann für die lokalen Gemeinschaften keinen Wert mehr, würden letztlich einfach abgeschossen werden, zumal es immer wieder zu Mensch-Tier-Konflikten komme. Eine Katastrophe für die Ex-Kolonie („Deutsch-Südwestafrika“, bis 1915), in der Natur- und Artenschutz Verfassungsrang haben.
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html

Bild hat geschrieben:Es kommt Bewegung in den Trophäen-Streit: Nach schweren Vorwürfen aus Afrika gegen die Grünen („rassistische Einstellung uns gegenüber“, „Neokolonialismus“) und einem BILD-Bericht darüber hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) nun doch ihren afrikanischen Amtskollegen Dumezdweni Mthimkhulu (Umweltminister Botswanas) in Berlin getroffen.

Im Zoff um eine von Lemke geplante Einschränkung der Einfuhr von Jagdtrophäen nach Deutschland und Europa war Mthimkhulu mit einer ganzen Delegation nach Berlin geflogen, wollte der Ministerin gegenüber argumentieren, dass Trophäenjagd Wildpopulationen schütze, statt sie zu gefährden.

Motto: Wenn Lemke nicht zu uns kommt, um uns anzuhören, kommen wir zu Lemke! Doch die Ministerin stand zunächst nicht bereit, den Afrikaner und seine Delegation zu empfangen.
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html

Spoiler
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Bundesumweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) und Botswanas Umweltminister Dumezdweni Mthimkhulu
Da freut sich die Steffi ganz doll. :lol!:

Bild hat geschrieben:Neue Afrika-Attacken gegen die Grünen. Nach einem Treffen mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) in Berlin sagt ihr Amtskollege Dumezdweni Mthimkhulu (45) aus Botswana: „Die Grünen schauen auf uns mit Verachtung.“

Der Minister fordert, Lemke müsse ihr Ziel, die Jagdtrophäen-Einfuhr weitestgehend einzuschränken, aufgeben. Sein Land habe immer wieder versucht, der Bundesumweltministerin die Folgen eines Einfuhrverbots für sein Land zu verdeutlichen („wirtschaftliche Verluste“, drohender „massenhafter Abschuss“ der Tiere, weil diese dann keinen Wert für die lokalen Gemeinschaften mehr darstellten).

Doch Lemke ignoriere wissenschaftliche Fakten, habe sein Land dazu nicht konsultiert. Deshalb sei er mit seiner Delegation nach Berlin gereist.

Botswana habe 40 Prozent seiner Fläche für Natur- und Wildschutz bereitgestellt, der Elefantenbestand im Land wachse jährlich um fünf Prozent. „Die Welt sollte uns dankbar sein“, so der Umweltminister.

Man müsse sich fragen, was hinter den Absichten stecke, lederte der afrikanische Minister, thematisierte solche Fragen auch bei einer Pressekonferenz im Berliner „Maritim“-Hotel. „Wenn es nicht Fakten sind und nicht Wissenschaft, was ist es dann?“, sagte er BILD. Mthimkhulu witterte „rassistische Tendenzen, neokoloniale Tendenzen“, auf die er schließen müsse, wenn Lemke nicht einlenke.

„Die Grünen sind zerstörerisch“

Das versuchte Trophäenjagd-Verbot bedrohe den Tierbestand und sei „entwürdigend“ für Botswanas Bevölkerung. Nach schlechten Erfahrungen mit einem Jagdverbot (2014 bis 2018) baue Botswana den Jagdtourismus wieder aus. Damit habe es Wilderei senken und Wildbestände steigern können.

Klar ist: Diplomatische Rücksichten nimmt Botswanas Regierung im Jagd-Streit kaum noch. In den Grünen sieht Mthimkhulu inzwischen „Fundamentalisten, die aus Ideologie handeln.“
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Re: Deppenwelt: 20.000 Elefanten für Deutschland?

Beitrag von McGi87 »

Depp72 hat geschrieben: Mittwoch 3. April 2024, 13:05 Botswana und Namibia sind aktuell nicht gut auf die Grünen zu sprechen. Interkulturelle Dissonanzen.
Bild hat geschrieben:Überraschendes Angebot aus Afrika. Botswana will 20 000 Elefanten als Schenkung an Deutschland abgeben! Grund? Diplomatische Verstimmung, ausgelöst von unseren Grünen!

Denn die wollen Jägern die Einfuhr ihrer Trophäen aus Afrika verbieten. Dagegen läuft Botswana Sturm. Es leide „nach Jahrzehnten“ erfolgreichen Artenschutzes unter einer Elefantenplage („Überpopulation“), sieht die Tiere als „Ressource“, kontrollierte Jagd als „nachhaltige Nutzung“. Davon wolle Umweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) nichts hören, klagen die Afrikaner, wittern „rassistische Tendenzen“.

Präsident Mokgweetsi Masisi (61) hat die Faxen dicke. Wenn die Grünen alles besser wissen, sollen sie und Lemke zeigen, wie man ohne Jagd mit Elefanten zusammenlebt, meint er. Angebot: „20 000 wilde Elefanten für Deutschland. Das ist kein Scherz“, so Masisi zu BILD.

So eine Abschiebung sei nicht ungewöhnlich, beteuert der Präsident! Botswana (hat inzwischen mehr als 130 000 Elefanten, pro Jahr plus 6000) habe bereits 8000 aus dem grenzübergreifenden Kavango-Sambesi-Schutzgebiet an Angola verschenkt, Mosambik müsse sein Kontingent noch abholen. „Und genauso möchten wir ein solches Angebot hiermit der Bundesrepublik Deutschland machen. Wir akzeptieren kein Nein.“

Masisi freut sich auf Entlastung („Könnt sehen, was ihr an ihnen habt“). Ihm sei es „todernst“ mit dem Geschenk. Es sei auch ernst, wie in seinem Land Menschen von Elefanten totgetrampelt („furchtbarer Anblick“), Ernten vernichtet, Dörfer verwüstet würden. Jagd sei Mittel, den Bestand zu steuern. Botswana stelle 40 Prozent Landesfläche für Wildtiere bereit. Genug, findet Masisi. Lemke und die Grünen hätten die Tiere „nicht in ihrem Hinterhof“. Das könne er ändern!
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Bild hat geschrieben:Wie kommen wir Deutschen jetzt an die 20 000 Elefanten aus Botswana?
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„Das geht“, erklärt Maxi Louis (54) vom Naturschutzgebiet- und Hegeverband NACSO in Namibia über das Ausfliegen von Großwild per Flugzeug. Gleichwohl: „20.000 Elefanten haben auch wir bis jetzt nicht transportiert. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass gerade ein Land wie Deutschland diesen Elefantentransport erfolgreich ausführen kann.“
[...]

Maxi Louis vom Hegeverband rät: „Der beste Ort, die Elefanten an Frau Lemke zu übergeben, ist auf freiem Farmland außerhalb von Berlin, wo Getreidebauern sind. Die Elefanten haben dann gleich was zu fressen.“ Vor einer Übergabe direkt in Berlin könne sie nur warnen. Louis: „Wir möchten nicht, dass bei euch Menschen umkommen. Aber wir werden euch nicht sagen, was ihr mit eurem Geschenk zu tun habt. Es sind ja dann eure Elefanten.“

Und wie viel Platz brauchen die Tiere zum Leben? Fabrizio Sepe (54, Chef Serengeti-Park Hodenhagen): „Ein Areal, das mindestens so groß ist wie Brandenburg.“ Außerdem brauchen die Tiere zum Überleben ein Winterquartier, also Ställe.
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Bild hat geschrieben:Riesen-Afrika-Ärger für die Grünen. Namibia erhebt schwere Vorwürfe gegen Umweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) und ihre Partei. Grund: Lemke will die Einfuhr von Jagdtrophäen beschränken und möglichst teils ganz verbieten. Der Grünen-Plan macht die Afrikaner fassungslos. Sie zürnen: „neokolonial“, wittern gar Rassismus! Es drohe massenhafter Tod von Wildtieren.

► Namibias Umweltminister Pohamba Shifeta (55, Swapo) hat Lemke einen Protestbrief geschrieben (liegt BILD vor), verweist darauf, die Trophäenjagd finde streng nach international anerkannten Standards statt, sei wichtiger Teil der Erhaltungsstrategie der Wildtierbestände (etwa Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden, Zebras).
[...]

Shifeta zu BILD: „Wenn Deutschland uns die Trophäenjagd unmöglich machen will, ist das eine gesetzeswidrige, neokoloniale Einmischung, die der internationalen Rechtslage zuwiderläuft. Wir können uns eigentlich nicht vorstellen, dass Deutschland uns das antut. Unsere Länder sind ja Freunde. Wer Tiere schützen will, muss kontrollierte Jagd erlauben.“

Die Namibier hätten die Wildbestände seit der Unabhängigkeit 1990 deutlich gesteigert. Diese Erfolge drohten durch den Grünen-Plan zunichtegemacht zu werden. Grund: Die Tiere hätten dann für die lokalen Gemeinschaften keinen Wert mehr, würden letztlich einfach abgeschossen werden, zumal es immer wieder zu Mensch-Tier-Konflikten komme. Eine Katastrophe für die Ex-Kolonie („Deutsch-Südwestafrika“, bis 1915), in der Natur- und Artenschutz Verfassungsrang haben.
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Bild hat geschrieben:Es kommt Bewegung in den Trophäen-Streit: Nach schweren Vorwürfen aus Afrika gegen die Grünen („rassistische Einstellung uns gegenüber“, „Neokolonialismus“) und einem BILD-Bericht darüber hat Bundesumweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) nun doch ihren afrikanischen Amtskollegen Dumezdweni Mthimkhulu (Umweltminister Botswanas) in Berlin getroffen.

Im Zoff um eine von Lemke geplante Einschränkung der Einfuhr von Jagdtrophäen nach Deutschland und Europa war Mthimkhulu mit einer ganzen Delegation nach Berlin geflogen, wollte der Ministerin gegenüber argumentieren, dass Trophäenjagd Wildpopulationen schütze, statt sie zu gefährden.

Motto: Wenn Lemke nicht zu uns kommt, um uns anzuhören, kommen wir zu Lemke! Doch die Ministerin stand zunächst nicht bereit, den Afrikaner und seine Delegation zu empfangen.
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Bundesumweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) und Botswanas Umweltminister Dumezdweni Mthimkhulu
Da freut sich die Steffi ganz doll. :lol!:

Bild hat geschrieben:Neue Afrika-Attacken gegen die Grünen. Nach einem Treffen mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke (56, Grüne) in Berlin sagt ihr Amtskollege Dumezdweni Mthimkhulu (45) aus Botswana: „Die Grünen schauen auf uns mit Verachtung.“

Der Minister fordert, Lemke müsse ihr Ziel, die Jagdtrophäen-Einfuhr weitestgehend einzuschränken, aufgeben. Sein Land habe immer wieder versucht, der Bundesumweltministerin die Folgen eines Einfuhrverbots für sein Land zu verdeutlichen („wirtschaftliche Verluste“, drohender „massenhafter Abschuss“ der Tiere, weil diese dann keinen Wert für die lokalen Gemeinschaften mehr darstellten).

Doch Lemke ignoriere wissenschaftliche Fakten, habe sein Land dazu nicht konsultiert. Deshalb sei er mit seiner Delegation nach Berlin gereist.

Botswana habe 40 Prozent seiner Fläche für Natur- und Wildschutz bereitgestellt, der Elefantenbestand im Land wachse jährlich um fünf Prozent. „Die Welt sollte uns dankbar sein“, so der Umweltminister.

Man müsse sich fragen, was hinter den Absichten stecke, lederte der afrikanische Minister, thematisierte solche Fragen auch bei einer Pressekonferenz im Berliner „Maritim“-Hotel. „Wenn es nicht Fakten sind und nicht Wissenschaft, was ist es dann?“, sagte er BILD. Mthimkhulu witterte „rassistische Tendenzen, neokoloniale Tendenzen“, auf die er schließen müsse, wenn Lemke nicht einlenke.

„Die Grünen sind zerstörerisch“

Das versuchte Trophäenjagd-Verbot bedrohe den Tierbestand und sei „entwürdigend“ für Botswanas Bevölkerung. Nach schlechten Erfahrungen mit einem Jagdverbot (2014 bis 2018) baue Botswana den Jagdtourismus wieder aus. Damit habe es Wilderei senken und Wildbestände steigern können.

Klar ist: Diplomatische Rücksichten nimmt Botswanas Regierung im Jagd-Streit kaum noch. In den Grünen sieht Mthimkhulu inzwischen „Fundamentalisten, die aus Ideologie handeln.“
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html
Die Bayern haben sich doch Botswana als neuen "integren" (nach bayerischer Lesart :shifty: ) Werbepartner ausgesucht. Da kann Uli mal einen auf Hannibal machen und die Elefanten nach Durchquerung der Alpen direkt am Tegernsee stationieren. ...Und das Ganze kann sich dann noch "Top-Gun-Söder" auf die Fahnen schreiben und seinen geliebten Grünen einen mitgeben :drinkingdrunk: :drinkingdrunk:
1.Liga: Müller (Ulle) - GRIMALDO, Henrichs, Pacho (Diogo Leite, Finkgräfe) - Wirtz, Brandt, Sabitzer, FÜHRICH (Ngoumou) - OPENDA, Höler, UNDAV

2.Liga: Pauli- Leistner, Kleine-Bekel, Hoffmann (DIETZ)- Appelkamp, Stindl, HOLTBY, HARTEL (Schaub)- Glatzel, Terodde, KARAMAN (Ansah)

3.Liga: Verl- FABER, Nietfeld, May (Diekmeier)- Sontheimer, CHESSA, Biankadi, Hauptmann (Vrenezi, Allgaier, Pellegrino)- KUTSCHKE, Klos, Ganaus (Bamba)
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Re: Deppenwelt: 20.000 Elefanten für Deutschland?

Beitrag von Depp72 »

McGi87 hat geschrieben: Mittwoch 3. April 2024, 14:30 Die Bayern haben sich doch Botswana als neuen "integren" (nach bayerischer Lesart :shifty: ) Werbepartner ausgesucht. Da kann Uli mal einen auf Hannibal machen und die Elefanten nach Durchquerung der Alpen direkt am Tegernsee stationieren. ...Und das Ganze kann sich dann noch "Top-Gun-Söder" auf die Fahnen schreiben und seinen geliebten Grünen einen mitgeben :drinkingdrunk: :drinkingdrunk:
Danke, nein, die sollen nicht das schöne Bayernland zertrampeln. Hamburg und Schleswig-Holstein ist ok. Kulinarisch kein Verlust. Und die Horden an Touris wären dann auch endlich erledigt. Ein einziger Graus! Alle finden Hamburg so toll. Könnt ihr Penner nicht trotzdem daheim bleiben? Schon mal etwas von virtuellen Rundfahrten gehört? Touri Go Home!
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Deppenwelt: Krieg um Taiwan?

Beitrag von Depp72 »

Des Öfteren heißt es in den Medien: Bis 2027 folgt ein chinesischer Angriff auf Taiwan, sofern bis dahin eine nicht-militärische ''Wiedereingliederung'' in die VR China gescheitert sei. Vom Zeitpunkt mal unabhängig denke ich, dass Chinas Staatspräsident Xi Jinping den ''Anschluss'' in jedem Fall unter seiner Regentschaft abschließen will. Um so in die ganz große nationale Geschichte einzugehen. Nicht anders als ein Putin im Fall der Ukraine. Aufgrund seines Alters bleibt da ein realistisches Zeitfenster bis spätestens 2035. Dann wäre er 82 Jahre alt. Um nicht ''auf den letzten Metern an Land zu schwimmen'', eher bis 2030.

Erst die Ukraine, dann Taiwan? Taiwan mMn in jedem Fall, die Ukraine sehr wahrscheinlich. Abhängig vom US-Wahlausgang: Biden, dann Chancen. Trump, dann das Schicksal der Kurden - verraten und verkauft. Die EU wird da wenig Aktien drin haben. Zumal Deutschland schon zeigt, dass im Zweifel Appeasement erstes Mittel der Wahl ist. Hauptsache, die eigene Wohnung ist warm. Hemd und Rock. Anschlussfähig sind wir Deutschen eh. Egal wohin. Wir sind die Mitte Europas.


Mal quergelesen:
hat geschrieben:Bloomberg Economics-Analyse Taiwan-Krieg würde 10% der globalen Wirtschaftsleistung kosten

10 Billionen Dollar oder 10 % der globalen Wirtschaftsleistung könnte ein Taiwan-Krieg kosten. Ein zu hoher Preis für Peking? Eine Analyse.
[...]

Taiwan stellt den größten Teil der fortschrittlichen Logik-Halbleiter der Welt her, aber auch eine Menge von Chips mit hohem Entwicklungsstand. Weltweit stammen 5,6 % der gesamten Wertschöpfung aus Sektoren, die Chips als direkten Input verwenden – fast 6 Billionen Dollar. Die gesamte Marktkapitalisierung der 20 größten Kunden des Chip-Giganten Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) beträgt rund 7,4 Billionen Dollar. Und die Straße von Taiwan ist eine der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt.

Modellierung der Kosten einer Taiwan-Krise

Bloomberg Economics hat zwei Szenarien modelliert: eine chinesische Invasion, die die USA in einen lokalen Konflikt hineinziehen würde, und eine Blockade, die Taiwan vom Handel mit dem Rest der Welt abschneiden würde. Anhand einer Reihe von Modellen werden die Auswirkungen auf das BIP geschätzt, wobei die Auswirkungen auf das Halbleiterangebot, die Unterbrechung der Schifffahrt in der Region, Handelssanktionen und Zölle sowie die Auswirkungen auf die Finanzmärkte berücksichtigt werden.

Für die Hauptakteure, andere große Volkswirtschaften und die Welt als Ganzes sind die fehlenden Halbleiter der größte Schaden. Die Produktion von Laptops, Tablets und Smartphones – wo Taiwans High-End-Chips die unersetzliche „goldene Schraube“ sind – würde zum Erliegen kommen. Autos und andere Sektoren, die Chips der unteren Preisklasse verwenden, würden ebenfalls einen erheblichen Schaden erleiden. Handelshemmnisse und ein erheblicher Risikoschock auf den Finanzmärkten würden die Kosten noch erhöhen.
[...]

Bloomberg Economics hat auch modelliert, was eine jahrelange Blockade Taiwans durch das chinesische Festland für die Weltwirtschaft bedeuten würde:

Für Taiwan, eine kleine, offene Wirtschaft, die durch den Handel floriert, würde das BIP im ersten Jahr um 12,2 % sinken.

Für China, die USA und die Welt als Ganzes würde das BIP im ersten Jahr um 8,9 %, 3,3 % bzw. 5 % sinken.

Der Grund für die geringeren Auswirkungen im Vergleich zum Kriegsszenario liegt darin, dass die Weltwirtschaft zwar immer noch den Zugang zu allen taiwanesischen Chips verliert, andere Schocks – einschließlich der Zölle zwischen den USA und ihren Verbündeten und China, der Unterbrechung des asiatischen Seeverkehrs und der Auswirkungen auf die Finanzmärkte – jedoch geringer ausfallen würden.

Soweit man wisse, ist die Studie von Bloomberg Economics die einzige, die geopolitische und wirtschaftliche Modellierungsexpertise zusammenführt. Dennoch werden die Ergebnisse in erheblichem Maße von den Szenarioannahmen bestimmt, und die Bandbreite der Unsicherheit ist groß. Ein Krieg oder eine Blockade von kürzerer Dauer und mit weniger bedeutenden Unterbrechungen für die Halbleiterversorgung und den Handel hätte geringere Auswirkungen.
[...]

Wenn die Analyse von Bloomberg Economics einen positiven Aspekt hat, dann ist es vielleicht dieser: Die Kosten einer Krise in Höhe von 10 Billionen Dollar wären für alle Beteiligten so hoch, dass der Anreiz, sie zu vermeiden, groß ist. Der Status quo mag für niemanden das ideale Ergebnis sein, aber für Taipeh, Peking und Washington sind die Alternativen schlimmer. Das ist ein Grund, warum Taiwans unklare Autonomie ein Gleichgewichtsergebnis bleiben könnte, auch wenn sich die Bedingungen, die dazu führen, ändern.
Kwelle & mehr: https://finanzmarktwelt.de/taiwan-krieg ... en-297273/

Merkur hat geschrieben:Probt China hier den Taiwan-Angriff? Heikle Satellitenbilder aufgetaucht

Im Norden Chinas wurde ein mysteriöser Nachbau von Taiwans Regierungsviertel entdeckt. Dient diese Nachbildung als Übungsgrund für einen Angriff?

China hat offenbar einen kleinen, aber strategisch wichtigen Teil von Taiwans Hauptstadt Taipeh nachgebaut – möglicherweise, um einen Angriff auf den Inselstaat zu üben. Der taiwanische Analyst Joseph Wen postete kürzlich Satellitenbilder, die einen Nachbau des Regierungsviertels von Taipeh mitten in der chinesischen Steppe zeigen sollen; später verifizierte der französische Auslandsfernsehsender France 24 die Aufnahmen, die in der Inneren Mongolei im Norden Chinas gemacht wurden. Auf den Satellitenbildern sind Straßen und Gebäude zu sehen, die denen in Taipehs Regierungsbezirk Bo‘ai ähneln, wo sich unter anderem der Präsidentenpalast des Landes sowie das Außenministerium befinden.
https://www.merkur.de/politik/geschicht ... 81294.html
Handelsblatt hat geschrieben:Ein Taiwan-Krieg ist eine reale Gefahr

Das Wirtschaftswachstum in China schwächt sich ab. Das könnte die Führung des Landes motivieren, Taiwan anzugreifen, fürchtet Daniel Stelter.

Vor zwei Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, dass es wirklich zu einem großangelegten Angriff Russlands auf die Ukraine kommen würde. Selbst in den Wochen vor dem Angriff, als der Aufmarsch Russlands täglich im Fernsehen gezeigt wurde, glaubte ich noch an eine friedliche Lösung. An eine Drohgebärde – mehr nicht.

Dass China das Ziel verfolgt, eine „Wiedervereinigung“ mit Taiwan herbeizuführen, ist bekannt. Eine gewaltsame Vorgehensweise hätte massive militärische und wirtschaftliche Konsequenzen zur Folge – bis hin zu vermutlich umfangreichen Zerstörungen in Taiwan. Daher ging ich bisher davon aus, dass China eher auf Zeit setzt, um eine friedliche Lösung in den kommenden Jahrzehnten zu erreichen.

Könnte ich mich erneut irren? Könnte ein Krieg wahrscheinlicher sein? Könnte es sein, dass die chinesische Führung befürchtet, dass mit jedem Tag, der vergeht, die Chancen, mit einer militärischen Operation erfolgreich zu sein, geringer werden und nicht größer?

Die USA verstärken ihre Präsenz in der Region und schmieden neue Allianzen. Dennoch kommen Beobachter wie der ehemalige Harvard-Professor für Geschichte und Wirtschaft Niall Ferguson zu der Einschätzung, dass die USA noch zehn Jahre brauchen, um in der Position zu sein, China glaubhaft militärisch abzuschrecken. Stimmt diese Einschätzung, könnte das die Verlockung für China erhöhen, dem zuvorzukommen.

Ging die Welt noch bis vor Kurzem davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis China die USA als größte Wirtschaft der Welt ablöst, zeigt sich nun, dass das Wachstum deutlich nachlässt, die schrumpfende Bevölkerung die Entwicklung dämpft und die Produktivitätszuwächse gering sind. Gut möglich also, dass China im Vergleich zu den USA einen relativen Höhepunkt erreicht hat und die Führung diesen Moment nutzen muss.
China bereitet sich auf Konflikt vor

Die faktische US-Sanktionspolitik mit Blick auf Hochtechnologie dürfte ihre Wirkung nicht verfehlen. Zwar hat China in vielen Bereichen selbst eine starke technologische Position, doch vom Zugang zu Hightech-Chips dürfte alles abhängen. Bleibt dieser erschwert, könnte China zum Schluss kommen, dass es nicht lohnt zu warten.

Es ist auch unstrittig, dass sich China auf einen Konflikt vorbereitet. Die Landung in Taiwan wird geübt, das Militär aufgerüstet und die militärische Infrastruktur in den Provinzen an der Küste zu Taiwan ausgebaut.

Zugleich erweitert das Land seine Nahrungsmittelvorräte immer weiter, obwohl diese schon die größten der Welt sind und bereits heute für 18 Monate reichen, wie der „Economist“ schreibt. Die Kapazität an Kohlekraftwerken wird massiv aufgestockt – allein in den vergangenen sechs Jahren um so viel neue Kapazität, wie sie der Rest der Welt besitzt – um unabhängiger von Gasimporten zu werden, heißt es vom Beirat des China Center des Hudson Institute.
Kwelle & mehr: https://www.handelsblatt.com/meinung/ho ... 20200.html
Handelsblatt hat geschrieben:Drei Szenarien: Wie wird China auf die Wahl in Taiwan reagieren?
[...]
Peking hofft auf einen Sinneswandel in Taiwan

Xi wolle die Wiedervereinigung friedlich erreichen, meint Sharman. „Aber er hat sein Militär angewiesen, sich bis 2027 auf eine Invasion vorzubereiten für den Fall, dass er eine militärische Wiedervereinigung mit Taiwan für notwendig hält.“ Das bedeute nicht, dass es einen Zeitplan für einen Angriff gebe. „Aber er will sich diese Option offenhalten.“

Wie wird es also nach der Wahl weitergehen? Ein friedlicher Anschluss Taiwans gilt auch dann als ausgeschlossen, wenn einer der China-freundlicheren Kandidaten Präsident wird.

Laut einer Umfrage der National Chengchi University wollen rund 90 Prozent den Status quo, also den Fortbestand Taiwans als international nicht anerkanntes, quasi unabhängiges Gebilde. Nur 1,6 Prozent der Taiwaner wollen demokratischen Freiheiten für eine baldige Vereinigung mit Xis Diktatur aufgeben. Darum vertritt auch keiner der Präsidentschaftskandidaten diesen Kurs.
[...]
Doch was passiert stattdessen? Drei Szenarien sind denkbar.
Szenario 1: Invasion

Eine Invasion der Insel ist das Schreckensszenario für Taiwan.
[...]
Szenario 2: Militärische Blockade

Eine Stufe unterhalb eines direkten Angriffs rangiert die Einnahme kleinerer taiwanischer Inseln direkt vor der chinesischen Küste oder eine Blockade der Insel. Die militärischen Mittel dazu hätte China wohl.

Auch solche Aktionen wären kriegerische Akte, gegen die sich Taiwan wohl zur Wehr setzen würde. Eine Eskalation wäre dann nicht ausgeschlossen. Die USA könnten mit Gegenschlägen reagieren, Europa mit Sanktionen.
[...]

Szenario 3: Grauzonen-Aktivitäten

Das wahrscheinlichste Szenario ist für Lee wie für andere Beobachter eine Fortsetzung der sogenannten Grauzonenaktivitäten, mehr oder weniger deutlich unterhalb der Schwelle eines Krieges. „Sie sind am schwierigsten zu bekämpfen“, warnt Sharman. Denn die Frage ist immer, wann und wie die Regierungen in Taiwan oder anderen Staaten auf Chinas Maßnahmen reagieren sollen.
Kwelle & mehr: https://www.handelsblatt.com/politik/in ... 03083.html

Deutsche Welle hat geschrieben:Chinakritiker Lai wird neuer Präsident auf Taiwan

Im Januar gewann der amtierende Vizepräsident William Lai Ching-te die Präsidentschaftswahlen auf Taiwan. Die Inauguration findet am 20. Mai statt. Lai gilt den Kommunisten in Peking als ein Politiker, der mit einer Unabhängigkeit liebäugelt. Auf der anderen Seite der Taiwan-Straße will Präsident Xi Jinping die Wiedervereinigung um jeden Preis, auch mit Waffengewalt. Ein eigens für diesen Zweck verfasstes Antispaltungsgesetz wurde 2005 vom Volkskongress, der stets der Linie des Regierung folgt, gebilligt.
https://www.dw.com/de/decoding-china-sp ... a-68264765

NZZ hat geschrieben:Seit siebzig Jahren schwelt der Konflikt zwischen China und Taiwan. In den vergangenen Monaten hat sich die Lage jedoch zugespitzt. Kommt es zum Krieg? Und was sind die Hintergründe?
https://www.nzz.ch/international/taiwan ... ld.1649153


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Deppenwelt: Punk

Beitrag von Depp72 »

Should I stay or should I go?
Zu dem Zeitpunkt wohl schon mehr go!
But: Punk's not dead.
Standard hat geschrieben:Vor 50 Jahren begann der Punk mit dem ersten Konzert der Ramones

"Hey, ho, let's go!": Mit ihrem ersten Konzert vor 50 Jahren wirkte die New Yorker Band Ramones maßgeblich an der Entstehung des Punk mit

Das Konzert war ein Debakel. Der Sänger konnte nicht singen, der Drummer keinen Rhythmus halten und der Bassist nicht gleichzeitig singen und spielen. Doch das Publikum musste nicht lange leiden, nach sieben Songs war die Show vorbei. Fünf Lieder begannen mit "I don't" – um dann anzuführen, was die Band alles nicht mag: Leute, Beziehungen, Verpflichtungen. Auf der Verlangenseite stand nur ein Song, der hieß Now I Wanna Sniff Some Glue.

Am 30. März 1974 gab im New Yorker Performance Space eine Band ihr Bühnendebüt, die eine neue Zeit einläutete: die Ramones. Vier Misfits aus dem Stadtteil Queens. 50 Jahre ist das her, der Auftritt markiert einen Geburtsmoment des Punk.

Nach dem desaströsen Einstand baute Tamás Erdélyi alias Tommy Ramone die Band um. Schlagzeuger Jeffrey Hyman alias Joey Ramone wurde Sänger, Erdélyi übernahm das Schlagzeug. Die Gitarre spielte John Cummings (Johnny Ramone), Douglas Colvin stand als Dee Dee Ramone am Bass. So passte es. In der Aufstellung war die Band für Großes bereit – und, beim Teufel, das sollte sie leisten.
[...]

Wichtig in der Nachbetrachtung

Großes Geld machten die Ramones nie, ihre Bedeutung wuchs erst in der Nachbetrachtung so richtig an. Nach 2.263 Konzerten und einigen Umbesetzungen gaben sie 1996 ihr Abschiedskonzert. Joey Ramone starb 2001 mit 49 Jahren, Johnny 2004 mit 55, Dee Dee ging 2002 mit 50, Tommy machte es bis 2014, bevor er mit 65 Jahren starb. Dreimal Krebs, eine Überdosis.

Punk war da längst stadiontauglich geworden, heute tragen Schulkinder Ramones-T-Shirts vom Textildiscounter. Was die Band davon halten würden? Viel nicht, wenn man sich den Song Beat on the Brat anhört. Darin fantasiert Joey darüber, was bei einem Treffen zwischen verzogenen Kindern und seinem Baseballschläger passieren würde. Nichts Gutes, aber es klingt immer noch verdammt geil.

https://www.derstandard.at/story/300000 ... er-ramones
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Re: Deppenwelt: Krieg um Taiwan?

Beitrag von Amitaener »

Depp72 hat geschrieben: Mittwoch 3. April 2024, 17:13
Erst die Ukraine, dann Taiwan? Taiwan mMn in jedem Fall, die Ukraine sehr wahrscheinlich. Abhängig vom US-Wahlausgang: Biden, dann Chancen. Trump, dann das Schicksal der Kurden - verraten und verkauft. Die EU wird da wenig Aktien drin haben. Zumal Deutschland schon zeigt, dass im Zweifel Appeasement erstes Mittel der Wahl ist. Hauptsache, die eigene Wohnung ist warm. Hemd und Rock. Anschlussfähig sind wir Deutschen eh. Egal wohin. Wir sind die Mitte Europas.
Taiwan rein in die NATO!
Volkswagen muss vor dem chinesischen Würgegriff bewahrt werden!
Gruß Musketier Baerbock
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Drewes - Kleine-Bekel, Köhn, Rothe (Brown, Gavory, Cisse) - Lemperle, Hartel, Holtby, Tzolis, Nebel (Quedraogo) - Atik, Saad (Afolayan, Kozuki)
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Re: Deppenwelt: Krieg um Taiwan?

Beitrag von jeck3108 »

Amitaener hat geschrieben: Donnerstag 4. April 2024, 09:34
Depp72 hat geschrieben: Mittwoch 3. April 2024, 17:13
Erst die Ukraine, dann Taiwan? Taiwan mMn in jedem Fall, die Ukraine sehr wahrscheinlich. Abhängig vom US-Wahlausgang: Biden, dann Chancen. Trump, dann das Schicksal der Kurden - verraten und verkauft. Die EU wird da wenig Aktien drin haben. Zumal Deutschland schon zeigt, dass im Zweifel Appeasement erstes Mittel der Wahl ist. Hauptsache, die eigene Wohnung ist warm. Hemd und Rock. Anschlussfähig sind wir Deutschen eh. Egal wohin. Wir sind die Mitte Europas.
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Muss ja nicht sein. Genau das, was auch in den osteuropäischen Staaten einen Gedanken wert gewesen wäre: eine Verletzung der territorialen Integrität wird als Angriff aufs Bündnis gewertet.

Wie glaubhaft das noch ist nach dem Geeiere in der Ukraine... who knows?

Man kann es nur hoffen, denn da es ja Depp erwähnt hat, nur das ich den negativen Unterton nicht teile:
Da fehlt der globalisierten Wirtschaft dann mehr als paar Hafer-Fuder
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Depp72
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Deppenwelt: Habermas versteht die Welt nicht mehr

Beitrag von Depp72 »

Philosophie Magazin hat geschrieben:Jürgen Habermas‘ Denkweg schien abgeschlossen: Von Marx über Hegel zu Kant, vom Umsturz der Verhältnisse zur Revolution der Denkungsart. Doch nun kommen ihm Zweifel.

Die meisten Philosophen durchlaufen Phasen. Ihr Werk ist von Aufbrüchen, Bekehrungserlebnissen und Enttäuschungen durchzogen und stellt die Interpreten vor die schwierige Aufgabe, alle Richtungswechsel in eine Geschichte zu packen. Für Jürgen Habermas schien diese Geschichte schon geschrieben. Der Meister selbst hatte sie lanciert, als er seinen Weg als Bildungsroman von Marx über Hegel zu Kant beschrieb: Auf die revolutionäre Stimmung der 1950er Jahre, irgendetwas sei in der Gesellschaft grundsätzlich schief angelegt, folgte der Versuch, deren Vernunft zu erkennen und sie mit systematischer Sammelleidenschaft auf den Begriff einer Theorie des kommunikativen Handelns (1981) zu bringen. Diese führte ihn schließlich über das Bestehende hinaus, ohne jedoch einen radikalen Bruch zu erzwingen: Mit Kant entdeckte Habermas in den 1990er-Jahren die Möglichkeit einer weltbürgerlichen Vernunft, die in Europa ihren Ausgang nimmt und irgendwann den gesamten Globus ergreift, der miteinander deliberiert und keine Kriege mehr führt.

Doch diese Erzählung bekommt nun Risse. In seinem neuen Buch Der Philosoph. Habermas und wir schildert Philipp Felsch einen Besuch bei Habermas in Starnberg im Herbst 2023. Felsch sei „geradezu bestürzt“ gewesen, wie resigniert dieser eigentlich „letzte Idealist“ auf ihn gewirkt habe: Europa, der Westen, die kommunikative Vernunft, die Überwindung des Krieges als Mittel der Politik – alles, wofür er gekämpft habe, gehe nun „Schritt für Schritt“ verloren, so Habermas. Deutet sich hier erneut eine Wende in seinem Denken an? Treten Vernunft und Wirklichkeit, die er als weitgehend versöhnt betrachtet hatte, wieder auseinander?
[...]

Unter Historikern heißt es, Deutschland verändere sich alle 70 bis 80 Jahre. Turnusgemäß wäre es jetzt wieder soweit. Und tatsächlich gibt es Verschiebungen – in der Geopolitik, im Parteiensystem und im Umgang miteinander –, die wie Epochenwechsel aussehen. Was aus ihnen folgt, ist unklar. Aber das Alte geht offenbar in die Brüche.
Kwelle & mehr: https://www.philomag.de/artikel/haberma ... nicht-mehr
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Re: Deppenwelt: Habermas versteht die Welt nicht mehr

Beitrag von Amitaener »

Depp72 hat geschrieben: Freitag 5. April 2024, 11:09
Philosophie Magazin hat geschrieben:Jürgen Habermas‘ Denkweg schien abgeschlossen: Von Marx über Hegel zu Kant, vom Umsturz der Verhältnisse zur Revolution der Denkungsart. Doch nun kommen ihm Zweifel.
Kwelle & mehr: https://www.philomag.de/artikel/haberma ... nicht-mehr
Bißchen kritische Selbstreflexion würde dir auch ganz gut tun.
Womöglich wird aus dir dann auf deine alten Tage gar noch ein ganz brauchbarer Kommunarde:
Vom Gesundbeter am Krankenbett des Kapitalismus hin zum Geburtshelfer einer besseren Gesellschaft.
:welcomewave:
Buli
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Depp72
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Re: Deppenwelt: Habermas versteht die Welt nicht mehr

Beitrag von Depp72 »

Amitaener hat geschrieben: Freitag 5. April 2024, 12:27 Bißchen kritische Selbstreflexion würde dir auch ganz gut tun.
Womöglich wird aus dir dann auf deine alten Tage gar noch ein ganz brauchbarer Kommunarde:
Vom Gesundbeter am Krankenbett des Kapitalismus hin zum Geburtshelfer einer besseren Gesellschaft.
:welcomewave:
Danke für die Einladung, aber wir leben ja schon der bislang besten Gesellschaft der bisherigen menschlichen Entwicklungsgeschichte. Demokratie, Freiheit, unabhängige Justiz, Bildung, Gesundheit, Wohnungen mit sauberem Wasser, Strom und Kanalisation, Reisemöglichkeit, Gleichberechtigung, Wohlstand uvm. Noch nie in der Geschichte konnten in all diesen Punkten so viele Menschen in Deutschland davon profitieren wie heute. Vieles noch unfertig, des Öfteren sehr ungleich verteilt, aber stetig in Verbesserung. Nein, der Kapitalismus ist ein Segen für Deutschland. Als Konservativer bin ich schon jetzt ein stetiger Weltverbesserer. Vorwärts marsch, zum nächsten Aktienhoch hinaus.
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Deppenwelt: Oktober in Europa

Beitrag von Depp72 »

Danke Antilopen Gang! Ganz feine Klinge. Das berührt mich:

https://youtu.be/-QbQWtYe194?feature=shared&t=14
Von uns die Arbeit, von Gott den Segen.